Ich habe mir den Traum vom Auslandssemester erfüllt
Auslandssemester Australien

Elena Kiefel | Studiert an der Fachhochschule Mannheim


Wo
The University of Adelaide

Zeitraum
2017

Was
Chemieingenieurwesen

Studienprogramm
Auslandssemester

Förderung
IRH Förderprogramm

31.07.2017

Beeindruckt vom Land und seiner Natur

Natur in Australien

Ein großer Traum von mir war es mal in einem anderen Land zu leben und das Land mit dessen Kultur kennen zu lernen. Diesen Traum habe ich mir mit dem Auslandsemester an der University of Adelaide in Adelaide, South Australia erfüllt! Ich habe hier in Adelaide von Februar bis Juli 2017 ein Theoriesemester passend zu meinem Masterstudium Chemieingenieurwesen in Deutschland absolviert.

Vorbereitung:

Vor Studienantritt waren natürlich einige organisatorische Dinge zu klären. Sprachnachweis, Leistungsnachweis meiner Uni und alle weiteren Bewerbungsunterlagen hatte ich sehr schnell zusammen. Dank der Hilfe von Ranke-Heinemann war die Bewerbung sehr einfach und schnell möglich. Die finanzielle Seite hat da deutlich mehr Zeit in Anspruch genommen. Zum einen habe ich Auslands-BAföG beantragt, was sehr zeitintensiv war, zum anderen habe ich selbst gearbeitet neben dem Studium in Deutschland um mir die Studiengebühren zu finanzieren. Eine große Hilfe war auch die Studienbeihilfe des Instituts Ranke-Heinemann, ein Zuschuss in Höhe von 10% der Studiengebühren. Letztendlich hat alles geklappt, und im Februar 2017 bin ich nach Adelaide geflogen.

Unterkunft:

Eine Unterkunft ist deutlich leichter zu finden als in Deutschland. Man muss sich keine allzu großen Sorgen machen und nicht schon in Deutschland mit der Suche beginnen. Von den mit der Bewerbung mitgeschickten Unterlagen zu Studentenwohnheimen von der Uni würde ich abraten, da diese extrem teuer sind.

Ich habe mir für die ersten Tage ein Hostel in der Innenstadt gebucht. Die Uni unterstützt einen bei der Unterkunftssuche mit einem Accomodation Center was in der Uni ist. Dort habe ich mich erkundigt und konnte mich bei einer Uni-internen Wohnungsdatenbank anmelden. Dort gibt es unterschiedliche Wohnungsanzeigen aus der Stadt zu unterschiedlichen Preisen. Die meisten sind sogenannte Share House, in denen man mit anderen Studenten in einem Haus wohnt. Ich habe sehr schnell eine Unterkunft gefunden die in meinem Budget liegt. Ich habe pro Woche 180 australische Dollar bezahlt. Das Haus ist sehr schön und komplett eingerichtet für insgesamt fünf Studenten. Jedes Zimmer hat ein großes Bett, einen Schreibtisch und einen Kleiderschrank. Im Haus fehlt es an nichts Die Vermieter von diesem Haus waren auch super lieb, sie haben mit uns ein Ausflug zu Beginn in Adelaide zum Cleland Conservation Park gemacht und uns eine Autofahrstunde gegeben. Wir besitzen zwar alle einen Führerschein aber auf der linken Seite zu fahren ist doch ungewohnt und einige Regeln im Straßenverkehr sind auch unterschiedlich.

University of Adelaide:

Die Uni liegt sehr zentral und ist sehr gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Im Vergleich zu meiner Heimatuni hat sie sehr imposante Gebäude, wie auf den Fotos erkennbar. In den ersten Tagen ist die Orientation Week. Diese war sehr hilfreich um sich an der Uni zurecht zu finden da die Architektur mancher Gebäude doch verwirrend ist. Es gibt Info-Veranstaltungen, jede Menge Informationsmaterial, BBQs und Breakfast, Campusführungen, Bibliothekseinweisungen, Kaffee & Tee und die Möglichkeit an Ausflügen teilzunehmen wie einen Trip nach Victor Harbor, bei dem man in ersten Kontakt mit Koalas und Kängurus kommt. Die Orientation-Week ist somit eine sehr gute Möglichkeit mit anderen Studenten in Kontakt zu kommen.

Außerdem stellen sich die verschiedenen Uni-Clubs vor, bei denen man sich einschreiben kann. Es gibt nicht nur Sport-Clubs, auch haben verschiedene Fachbereiche teilweise einen eigenen Club. Je nach Club kann die Mitgliedschaft zu reduzierten Preisen bei den Cafés oder Shops an der Uni führen (Z.B. Union), sie kostet jedoch auch Geld.

Die eigentliche Kurswahl habe ich bereits online durchgeführt. Trotzdem habe ich mir in den ersten Wochen auch andere Kurse angeschaut, um die besten für mich ausfindig zu machen. Der Stichtag für eine endgültige Kurswahl ist am 15. März in meinem Semester gewesen.

Zu meiner Überraschung musste ich feststellen, dass sich der Unialltag stark von meinem bisherigen unterscheidet. In Deutschland ist bei meinem Studium die Klausur am Ende jedes Kurses das worauf es ankommt. Teilweise fließen auch Projektarbeiten oder Praktika in die Note mit ein. Hier gibt es Kurse bei denen die Klausur nur noch 50-60% zählt. Den anderen Teil machen die Assignments aus, die fast wöchentlich anstehen und benotet werden, sowie ein Mid-term-test, Projektarbeiten, Vorträge und Literature Reviews. Es ist also doch einiges zu tun unter dem Semester und das eigentliche Klausurlernen muss warten. In der zweiten Hälfte des Semesters nach den Mid-semester Break steigt das Arbeitspensum nochmal an. Im Juli und teilweise Anfang Juli sind die Abschlussprüfungen. Positiv finde ich, dass die meisten Professoren bis Ende Mai oder Anfang Juli ihre Vorlesungen beenden und so doch noch ausreichend Zeit vorhanden ist für die Klausurvorbereitung.

Die Vorlesungen in den einzelnen Kursen werden meist aufgezeichnet und man kann sie Online anschauen. Es wird fast ausschließlich mit Power-Point gearbeitet und die Folien sind ebenfalls Online verfügbar. In einigen Vorlesungen ist ein Buch notwendig. Man kann hier Glück haben und es ist nicht bereits ausgeliehen und man kann es in der Bibliothek ausleihen oder man muss sich eins kaufen. Eine gute Adresse ist hier studentvip.com.au. hier gibt es gebrauchte Bücher. Ich habe mir dort ein Buch für 30 statt 180 australische Dollar gekauft.

Die Stadt Adelaide:

Adelaide wird auch die “City of churches” genannt, da überall kleinere und größere Kirchen gebaut sind. Ein weiteres Highlight der Stadt ist das Oval, das relativ neu gebaute Football-Stadion was einen Besuch wert ist, nicht nur für Football-Begeisterte.

Die Stadt liegt direkt am Meer und hat sehr schönen Strände wie Hallett Cove, Henley oder Glenelg Beach. Auf der anderen Seite der Stadt findet man „die Hills“. Diese sind nicht mit deutschen Bergen vergleichbar, man hat aber bei klarer Sicht einen traumhaften Blick über die Stadt bis zum Meer. Adelaide ist ausserdem bekannt für seine Festivals. Eins davon ist das Fringe-Festival im Februar. Die Eröffnungs-Parade war wirklich cool, ein Besuch lohnt sich definitiv!

Die Gegend rund um Adelaide ist auch sehr schön. Die Stadt ist bekannt für seinen Wein, falls sich euch Gelegenheit für eine Wein-Tour bietet, solltet ihr sie nutzen. Südlich von Adelaide (ca. 1h Autofahrt) ist Cape Jervis. Von hier kann man mit der Fähre nach Kangaroo Island übersetzten. Wir haben hier zu viert ein Verlängertes Wochenende verbracht und es war einfach großartig. Die Insel lohnt sich definitiv, auch wenn die Kosten, vor allem für die Fähre nicht ganz günstig sind. Die Natur auf der Insel ist sehenswert.

Lebenshaltungskosten:

In Australien sind besonders frische Lebensmittel, wie Obst, Gemüse, Fleisch und Fisch teurer, dafür ist die Qualität besonders bei Fleisch und Fisch sehr hoch. Man sollte ca. 20-30% mehr Geld für Lebensmittel einplanen.

Das Essen an der Uni ist nochmal teurer, es macht also Sinn in die Stadt zu gehen (unter 2min Fußweg) und sich dort etwas zu Essen zu holen oder sich was von zu Hause mitzubringen. Die Uni stellt dafür gratis Mikrowellen und Sandwich Maker zur Verfügung. Außerdem kann man gratis heißes oder kaltes Trinkwasser auffüllen.

Die öffentlichen Verkehrsmittel sind preislich ok. Auf jeden Fall sollte man sich eine Metrokarte besorgen, diese kostet $3,50. Die Preise mit der Metrokarte sind deutlich geringer als wenn man sich ein Ticket im Bus kauft. Mit der Metrokarte kann man alle öffentlichen Verkehrsmittel bezahlen. Man kann sie unter anderem im Metro-Center, in der Uni oder einigen Kiosks aufladen. Ein 28-Tage-Ticket kostet $60. Kosten für Einzelfahrten variieren, sie sind höher in der sogenannten Peak-time. Eine Fahrt kostet zwischen $0,94 - $1,75.

Reisen:

Reisen war während meines Semesters nur bedingt möglich. Vor und nach dem Semester ist es allerdings kein Problem, weshalb ich den kompletten Juli und noch 3 Wochen im August zum Reisen genutzt habe. In der Mid-semester-break (2 Wochen) bin ich ebenfalls gereist (Grampians National Park und Great Ocean Road) sowie über verlängerte Wochenenden (Kangaroo Island). Außerdem habe ich einige Kayak-Touren und Wanderungen über den Mountain-Club der Uni mitgemacht. Dieser bietet oft sehr schöne Ausflüge (Eintages- oder Mehrtages-touren) günstig an. Des Weiteren lohnt sich ein Besuch des Cleland Conservation Parks (ideal um Kängurus und Koalas hautnah zu sehen) und des Mt Lofty mit seiner tollen Aussicht.

Bei der Planung von Ausflügen sollte man zwei wichtige Dinge besonders beachten. Zum einen ist das das Wetter. Es ist zwar Australien aber hier scheint nicht immer die Sonne. Die Monate April bis August sind Herbst- und Winter-Monate in der unteren Hälfte von Australien. Dementsprechend kann es morgens teilweise in Adelaide nur 7°C haben und tagsüber maximal 15°C, mit Wind und Regen. Zur gleichen Zeit ist es im Norden von Australien Sommer. Hier sollte man in den Monaten Dezember bis Februar nicht unbedingt seine Zeit verbringen wegen der Regenzeit (Überschwemmungen auf den Straßen).

Der zweite wichtige Punkt ist die Entfernung, die man nicht unterschätzen sollte. Es ist nicht möglich alles in Australien in 2-3 Monaten zu besichtigen, da das Land riesig ist. Daher sollte man sich überlegen, was man anschauen möchte und ob das zu der gegebenen Jahreszeit Sinn macht. Da ich in den Wintermonaten meine Hauptreisezeit hatte, bin ich nach Perth gefahren und anschließend nach Alice Springs und hoch nach Darwin ins warme zum Kakadu National Park.

Fazit:

Ich würde jeder Zeit wieder ein Semester in Australien studieren. Ich bin beeindruckt von dem Land und seiner Natur und auch die Studienerfahrung war es mir Wert. Ich konnte meine Englisch-Kenntnisse deutlich verbessern, was mein Hauptziel in dem Semester war. Durch die Reisen habe ich unvergessliche Erinnerungen sammeln können und während meiner Zeit hier viele nette Leute kennen gelernt.


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