„NO WORRIES!“
Studentin und Känguruh

Carolin Gißibl | Masterstudentin


Wo
Macquarie University

Zeitraum
2015 - 2016

Was
Master of Policing, Intelligence and Counter Terrorism

Studienprogramm
Master

Förderung
IRH Förderprogramm

31.01.2016

Bleibt zuversichtlich und vor allem hartnäckig!

Studentin und Emu

„No worries!“ Diese typisch australische Alltagsfloskel sollte das Leitmotto eures Auslandsaufenthalts werden. Rückblickend haben sich mir viele Hürden in den Weg gestellt, die euch vielleicht auch erwarten werden. Daher mein Tipp: Verliert die Hoffnung nicht, bleibt zuversichtlich und vor allem hartnäckig!

Ihr hört es wahrscheinlich immer wieder: Ein Auslandsstudium sollte gründlich geplant sein. Auch wenn Planen nicht eurer Ding ist, kneift eure Pobacken zusammen und setzt euch hin – mindestens 10 Monate vor dem geplanten Aufenthalt. Viele Deadlines sind bereits ein halbes Jahr (oder mehr) vor Studienbeginn festgesetzt. Wenn ihr auf dieser Homepage gelandet seid, habt ihr bereits einen großen Schritt getan. Denn das Institut Ranke-Heinemann bietet eine gelungene Uebersicht über australische Universitäten und deren zahlreiche Studienangebote an. Darüber hinaus übernimmt das Institut die Kommunikation mit der von euch ausgewählten Uni.

Du ju spig inglesch? TOEFL & IELTS

Um an einer australischen Universität angenommen zu werden, sind solide Englischkenntnisse eine Voraussetzung. Aber keine Sorge: Mit deinem aufgefrischten Schulenglisch müsstest du gut durchkommen. Für den TOEFL und IELTS ist es wichtig, die Aufgabenstellung der computerbasierten Tests zu kennen. Ich habe den TOEFL-Test gemacht und kann euch empfehlen: Unterschätzt den Reading-Part nicht, da hierbei das Zeitlimit sehr begrenzt ist. Lest einen Paragraphen und DIREKT die dazugehörige Frage, die glücklicherweise chronologisch angeordnet ist (anstatt den kompletten Text aufeinmal). Hilfreich für die Vorbereitung waren für mich Bücher (mit Uebungs-CD) zum TOEFL-Test aus meiner Unibibliothek sowie Youtube-Channels, die ebenfalls gute Hilfestellungen zur Bewältigung des Tests geben.

Yay!“ Ihr habt die Zusage!

Dieser ganz besondere Moment, wenn ein Euphorie-Feuerwerk in dir hochgeht, hielt für mich leider nur kurz an an, da mir schnell klar wurde: Wie soll ich das Ganze eigentlich finanzieren? (Tipp: Kümmert euch rechtzeitig um die Finanzierung).

2. FINANZIERUNG

Leider hatte ich keinerlei finanziellen Rücklagen und Unterstützung. Ich hatte nicht einmal ausreichend Groschen, um mir einen Lottoschein zu kaufen und wie in meinem Tagtraum erhofft, das Geld für die horrenden Studiengebühren zu gewinnen. Es mag etwas absurd klingen, sich mit diesen Voraussetzungen vorzunehmen, in einer der teuersten Städte der Welt zu studieren - zumal wir in Deutschland das Privileg haben, kostenlose Bildung erfahren zu dürfen - aber da mich der Studiengang „Policing, Intelligence and Counter Terrorism“ so wahnsinnig gereizt hatte, wollte ich es durchziehen. Daher: Gebt die Hoffnung nicht auf und lasst euch nicht von Leuten den Mut nehmen – egal in welchem Bereich sich Hürden auftun. Probiert es einfach! Ich habe meine aufregenden, aber wenig gewinnbringenden Jobs im Journalismus aufgegeben und angefangen in Schichtarbeit Vaginalpilztabletten zu verpacken. Diese abwechslungsreiche Arbeit (Packung auf, Tabletten rein, Packung zu) ermöglichte es mir den Flug und die erste Monatsmiete in Sydney finanzieren. Daher stand bei mir als erstes auf der Prioritätenliste einen Job zu finden – und nach einem Monat hatte ich glücklicherweise zwei gut bezahlte gefunden. Die Löhne in Australian sind gerade für „casual jobs“ weit höher, weshalb es sich mit den recht hohen Lebenshaltungskosten etwas ausgleicht. Ratschläge zur Jobsuche findet ihr weiter unten.

Lebenskosten in Sydney

Ihr müsst mit erheblich höheren Lebenskosten als in Deutschland rechnen. Ein bisschen Erleichterung kam auf, als ich den ersten ALDI und Coles sah (die meiner Meinung nach preiswertesten Supermärkte hier). Mit der Zeit findet ihr raus, wo und wann welche Angebote sind um günstig über die Runden zu kommen. Außerdem könnt ihr in einigen Woolworth (Supermarkt) nach „drei-Dollar-Kisten“ fragen, die nicht mehr ganz so frisches Obst und Gemüse beinhalten.

Stipendium

Ein passendes Stipendium zu finden ist eine langwierige Suche. Zu empfehlen ist die Datenbank des DAAD (https://www.daad.de/ausland/studieren/stipendium/de/70-stipendien-finden-und-bewerben/?status=&target=&subjectGrps=&daad=&q=&page=1&back=1). Vergesst nicht, dass die meisten Deadlines relativ bald angesetzt sind und ihr dafür notwendige Unterlagen, wie z.B. einen Englischnachweis, vorlegen müsst. Weitere Datenbanken sind folgende:

Auch bieten die Universitäten Stipendien an. Ich habe ein Vice-Chancellor‘s Scholarship der Macquarie University erhalten, was einen Teil der Studiengebühren deckt.

Studienkredit & Bildungsfonds

Weitere Kosten habe ich mir durch einen Bildungskredit der KfW finanziert. Hierbei ist die Höchststumme 7.500 Euro, was für ein komplettes Masterstudium in Australien nicht ausreichen wird. Weitere Fianzierungsmöglichkeiten sind Studienkredite bzw. Bildungsfonds, wie Folgende:

Endeavour scholarships and fellowships

Eine weitere Möglichkeit sind Endeavour Scholarships und Fellowships von der australischen Regierung (https://internationaleducation.gov.au/Endeavour%20program/Scholarships-and-Fellowships/Pages/default.aspx). Dies sind international konkurrenzfähige und leistungsabhängige finanzierte Stipendien. Tipp: Die Deadline ist sehr früh im Voraus!

Ich hoffe, für euch ist ein hilfreicher Hinweis hinsichtlich der Finanzierung dabei.

Nebenjob

Sehr zu empfehlen für die Jobsuche ist das Jobportal der Macquarie University (Campus Hub: www.careerhub.mq.edu.au/Login.chpx, wo diverse Nebentätigkeiten in verschiedenen Bereichen angeboten werden. Ist nichts passendes dabei, könnt ihr auf seek.com.au und gumtree.com.au Ausschau halten. Neben der Macquarie University befindet sich New South Wales‘ größtes Shopping Center. Viele meiner Freunde haben dort in Geschäften oder Kaffees nachgefragt. Ein sehr guter Arbeitgeber ist die Macquarie Universität selbst. Es lohnt sich dort um einen Job zu bemühen (sei es im Büro, Cafe oder Food Hub), da es nicht nur gut bezahlt ist, sondern Macquarie auch großen Wert auf ein angenehmes Arbeitsklima legt - egal in welchem Bereich du unterkommst.

3. LET’S GO!

Visum

Das Visum habe ich innerhalb eines Tages erhalten. Ihr braucht hierfür bereits die Immatrikulationsbescheinigung. Auf folgendem Link könnt ihr euch bewerben: germany.embassy.gov.au/beln/student_engl.html Mit dem Visum dürft ihr 20 Stunden pro Woche in Australien arbeiten.

Flug

Bezüglich der Flüge kann ich euch folgenden Rat geben: Schaut regelmäßig auf Urlaubspiraten.de, skyscanner.com, momondo.de und anderen Flugvergleichsportalen, die ihr kennt. Vielleicht habt ihr ja Glück und findet ein grandioses Schnäppchen. Ratsam ist es dann, direkt auf der Homepage des Anbieters zu buchen, da ihr euch somit nochmals ein paar Euros sparen könnt.

Zeitpunkt

Ich bin eine Woche vor Studienbeginn angereist und habe die Orientierungswoche miterlebt, was ich sehr empfehlen kann, da ihr somit einen Ueberblick über die Universität und Studienabläufe erhaltet und gleichzeitig euren Jetlag ausschlafen könnt.

4. STUDIUM

Warum Australien?

Ich habe mich entschieden, mein komplettes Masterstudium an der Macquarie University in Sydney zu absolvieren. Initiativgedanke war neben dem Interesse am Land, vorwiegend mein Englisch auf Vordermann zu bringen. Als ich jedoch von dem Studiengang „Policing, Intelligence and Counter Terrorism“ gehört habe, war ich sofort überzeugt und habe alles daran gesetzt, dass ich diesen innovatioven Master studieren kann. Da mein Berufswunsch Journalismus oder das Arbeiten in einer NGO ist, dachte ich, es ist nicht verkehrt detailiertes Wissen über Krisen des 21. Jahrhundert zu haben und mich mit komplexen Themenfeldern, wie etwa Terrorismus, auseinanderzusetzen.

Macquarie University

Die Macquarie University hat den Ruf als „Australia’s Innovative University“ und glänzt durch zahlreiche ausergewöhnliche Studienangebote. Der Campus ist bunt und modern. Die sehr gut ausgestattete Bibliothek ist eine der besten Australiens – meiner Meinung nach auch der Kaffee am Campus. ;) In Mitten der Unigebäude befindet sich eine große Liegewiese mit einem See, der sich perfekt zum Ausspannen eignet. Der daran angrenzende Food-Hub bietet kulinarische Köstlichkeiten aus diversen Ländern und vermittelt durch seinen farbenfrohen Innenraum gute Laune. Die Uni legt großen wert darauf, dass die Studenten sich wohl fühlen. Das extra dafür eingerichtete Institut „Campus Wellbeing“ hilft dabei jedmögliche Fragen zu beantworten – sei es über Visum, Fianzierung oder außerhalb des Unilebens wie Probleme mit dem Vermieter. Auf dem Campus befindet sich darüber hinaus ein Fitnesstudio mit Pool und sogar eine unieigene Bar, wo das ein oder andere genüßliche Feierabendbier getrunken werden kann. Die Uni ist sehr international ausgelegt und die Studenten kommen von aller Welt – so multikulti, dass ihr an den Toiletten sogar Anleitungen zur richtigen Nutzung des Klos findet. Außerdem überrascht Macquarie immer wieder mit fröhlichen Aktionen – sei es Free Food, Bubble Soccer vor der Bibliothek oder Kamele, die euch auf dem Campus begegnen.

Wie ein Faustschlag ins Gesicht

Unsere Professoren haben uns bereits bei der Einführung gewarnt, am besten nicht zu arbeiten, da das Studium sehr intensiv sei. Ich habe diese Aussage zu Beginn belächelt, bis es mich knallhart erwischt hat: Wöchentliche Assignments, wöchentliche Prüfungen, Anwesenheitspflicht und 12 Stunden wöchentliches Workload pro Unit seien nicht zu unterschätzen. Die Vorstellung „ein bisschen studieren“, arbeiten und dann am Strand oder beim Surfen relaxen ist für mich ziemlich bald in einer Luftblase zerplatzt. Wer nach Australien zum Studieren kommt (für ein komplettes Studium, bei Exchange mag es vielleicht anders sein), der STUDIERT und muss emsig sein! Kaum Schlaf wurde zum Alltag. Nichtsdestotrotz, eine sehr gute Erfahrung und wenn ihr das Glück habt, nicht arbeiten zu müssen, ist es gewiss um einiges entspannter.

5. UNTERKUNFT

Studentenwohnheime sind leider die teuere Variante im Verlgeich zu privaten Unterkünften. Wenn ihr vom Ausland kommt, hat es den Vorteil, dass ihr euch lediglich über die Homepage des Macquarie Accomodation Office bewerbt (http://www.mq.edu.au/about/campus-services-and-facilities/macquarie-university-accommodation) und sogar einen kostenlosen Airport Pick-Up Service zu eurer Unterkunft erhaltet. Macquarie Accomodations achtet auf eine sehr gute Qualität der Unterkünfte, die meist voll ausgestattet sind (Wasserkocher, Toaster, Staubsauger, etc.). Im Folgenden möchte ich euch die Angebote der Studentenwohnheime ausführlicher vorstellen. Aber aufgepasst: Es handelt sich um wöchentliche Mietpreise und Einzelzimmer! In fast jeder Unterkunft gibt es auch die Möglichkeit ein Zimmer zu teilen, was günstiger ist. Und „zweites aufgepasst“: Wenn ihr den Gesamtpreis für ein halbes Jahr bis Jahr auf einmal zahlt, wird es günstiger.

Herring Road Apartment

Zwischen Einkaufscenter, Bahnstation und direkt am Campus gelegen, ist dies die günstigste und zentralste Variante der Studentenunterkünfte. 225 Dollar aufwärst zahlt man pro Woche für ein Einzelzimmer (Internet inklusive) in einem bunt gestrichenem Haus mit meist fünf Räumen und Gemeinschaftsbad.

Macquarie Village

Betritt man die Macquarie Village, die direkt neben dem Campus liegt, fühlt man sich tatsächlich wie in einem süßen Dorf. Kleine Häuschen mit meist fünf Räumen und eigenem Bad reihen sich einander. Die Häuser sind modern ausgestatten (zum Beispiel mit einem großen Flatscreen an der Wand). Der Fußweg zum Einkaufscenter und Bahnstation beträgt 20 Minuten, zum Fitnesstudio und zur Uni 5 bis 10 Minuten. Unter der Woche gibt es einen kostenlosen Shuttlebus, der alle 20 Minuten die erwähnten Orte abfährt. Zweimal in der Woche gibt es kostenloses Essen. Auch ist die Village bekannt für ihre viele Partys. Allerdings muss man hier ordentlich zahlen: 260 Dollar aufwärts pro Woche kostet das günstigste Einzelzimmer. Internet und Wäsche waschen kosten extra.

Link Macquarie Village: www.mq.edu.au/about/campus-services-and-facilities/macquarie-university-accommodation/macquarie-university-accommodation-options/macquarie-university-village

Dunmore Lang College, Robert Menzies College und Dayman Apartments

Diese drei ebenfalls nahe an der Uni gelegenen Colleges sind die etwas luxeriösere Variante. Sie unterscheiden sich von den anderen Unterkünften insofern, dass für euch gekocht wird. D.h. das Geld für Essen ist in eurer wöchentlichen Miete enthalten, was die Preise nocheinmal ansteigen lässt. 303 Dollar pro Woche für ein Einzelzimmer ist wohl die günstigste Variante. Auf Folgenden Link findet ihr mehr Infos zu den Colleges und deren Preisen:

Link Menzies College: www.mq.edu.au/about/campus-services-and-facilities/macquarie-university-accommodation/macquarie-university-accommodation-options/robert-menzies-college

Link Dayman Apartments: www.mq.edu.au/about/campus-services-and-facilities/macquarie-university-accommodation/macquarie-university-accommodation-options/dayman-apartments

Link Dunmore Lang College: www.mq.edu.au/about/campus-services-and-facilities/macquarie-university-accommodation/macquarie-university-accommodation-options/residential-colleges

Iglu

Etwas außerhalb gelegen, jedoch in Mitten des belebten Viertels “Chatswood” und somit exakt zwischen Uni und Innenstadt, ist das hochmoderne Iglu Gebäude. In einem modernen Hochhaus, direkt an der Bahnstation befinden sich die bunten Apartments, die einen Blick auf Syndeys Skyline ermöglichen. Der Gemeinschaftsraum ist mit einem Riesenflatscreen, Computer, Kuschelecke, BBQ Terasse sowie Süßigkeitautomaten ausgestattet. Fur diesen Service müsst ihr natürlich auch demenstprechend hohe Mietpreise zahlen.

Link Iglu: www.mq.edu.au/about/campus-services-and-facilities/macquarie-university-accommodation/macquarie-university-accommodation-options/iglu-student-accommodation

Private Unterkünfte

Private Unterkünfte oder WGs sind die weit günstigere Variante. Hierbei müsst ihr jedoch einplanen Kaution zu zahlen. Hilfreiche Seiten für die Wohnungssuche sind Folgende:

Auch gibt es eine hilfreiche Gruppe auf Facebook, die sich „Rooms availabe/needed Sydney“ nennt.

6. FAZIT

Selbst wenn ich mit der Finanzierung zu kämpfen habe und deshalb mein Studium vermutlich nicht beenden kann, war es für mich eine wahnsinnig lehrreiche Zeit. Die wertvollen Erfahrungen, die ich hier sammeln durfte – sei es im Unterricht oder auch interkulturell – waren für mich jeden hart erarbeiteten Cent wert und ich kann euch nur dazu ermutigen, euren Traum vom Auslandssemester / -studium durchzuziehen!

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