Vier Jahreszeiten in einem Tag
Studentin Studium Australien

Janina Janda | Bachelorstudentin an der University of Melbourne


Wo
The University of Melbourne

Zeitraum
2017

Was
Psychologie

Studienprogramm
Bachelorstudium

Förderung
IRH Förderprogramm

31.07.2017

Ein toller Weg, neue Freunde zu finden, sind die vielen Clubs

Strand Australien

Ich habe im Herbst letzten Jahres mit Hilfe des Ranke- Heinemann Instituts angefangen, meinen Aufenthalt in Australien zu planen. Ich wusste zunächst nicht wo ich überhaupt beginnen soll, weil alles sehr kompliziert aussah, aber die Checklisten des Institutes waren eine gute Hilfe um den Überblick zu bewahren. Außerdem wollte ich das Förderprogramm und die finanzielle Unterstützung des Institutes in Anspruch nehmen.

Ich habe an der University of Melbourne studiert. Das Studiensystem ist anders als das Österreichische. Demnach bestimmt man ein Hauptfach, welches in meinem Fall Psychologie war und kann drei weitere Subjects nehmen, die relevant sind aber auch Wahlgegenstände. Dadurch kann man eine breiter gefächerte Bildung genießen. Die Vorlesungssäle waren sehr groß und meist auch voll. Jedoch hat man immer einen Platz zum Sitzen gefunden. Die australischen Professoren haben zu meiner Erleichterung sehr deutlich gesprochen. Der Campus war sehr groß und schön, man konnte sich jedoch leicht verirren. Deshalb kann ich jedem Studierenden raten das Handy App „Lost on Campus“ herunter zu laden. Es ist eine Art Karte, die einem Wege angibt, wie man von einem Vorlesungssaal zum anderen gelangt und bietet außerdem Features an wie z.B. die nächsten Toiletten oder Cafés. Es gibt außerdem ein offizielles App von der Universität, welches ermöglicht, seinen Stundenplan und Raumplan immer griffbereit am Handy zu haben.   

Bereits in der ersten Uni Woche gab es einen Carnival am Campus, welcher dafür da war, die neuen Studenten kennen zu lernen und sich am Unigelände zurecht zu finden. Als erstes bekam ich eine Tour des Geländes, danach ging es zu Einführungsvorlesungen, die sich als sehr interessant herausstellten. Die Berater an der Uni waren sehr zuvorkommend und ich wurde direkt zu einem Beratungsgespräch eingeladen, in dem man abklären wollte ob ich die richtigen Fächer inskribiert hatte. Demnach muss man sich darüber nicht allzu große Sorgen machen, da man bis in die zweite Woche kostenfrei seine Meinung ändern kann. 

Davor kann man sich die ersten Vorlesungen eines Subjects zum Beispiel anhören und wenn es einem nicht gefällt auch wieder abwählen und für etwas anderes austauschen, was auch ich in Anspruch genommen habe. Die Berater der Uni sorgen auch dafür, dass man einen guten Plan für sein Studium hat damit man es in Mindestzeit abschließen kann, man bekommt also jede Menge Hilfe gleich von Anfang an und kann jederzeit ein solches Beratungsgespräch in Anspruch nehmen. Nach ein paar Monaten gibt es ein weiteres dieser Gespräche, um mit den Studenten zu erkunden wie sie sich denn im Studium tun und wie man sich verbessern kann.

Ein toller Schritt zu besseren Noten ist auch eine Stelle, an denen die Universität Tutoren zur Verfügung stellt, welche sich Essays durchlesen und produktives Feedback geben um die Leistung zu verbessern. Man muss aufpassen mit den Fächern, die man wählt, wenn man vorhat wieder im Heimatland zu studieren, sollte man zum Beispiel nur ein Jahr hier studieren. An der University of Melbourne funktioniert es nämlich so, dass es in meinem Fall einen Bachelor of Science oder Bachelor of Arts gibt , in welchen man (in meinem Fall) als Hauptfach Psychologie wählen kann. Dies bedeutet dass eines der vier Fächer pro Semester ein Psychologie Fach ist, eines ein Wahlfach ist und die zwei übrigen je nachdem Science oder Arts Fächer sind. Nachdem das System in Österreich aber anders ist könnte ich mein eines Psychologie Fach im Wiener Psychologie Studium anrechnen lassen, die anderen Fächer die ich belegt habe jedoch nicht, da sie irrelevant zum Studium sind.

Gleich in der ersten Woche ging auch die Wohnungssuche für mich los. Nachdem ich sehr knapp zu Unibeginn in Australien ankam, hatte ich viel Stress sofort eine Wohnung zu finden und entschied mich nach einem Zimmer in einer bestehenden Wohngemeinschaft zu suchen. Hierfür meldete ich mich auf der Website www.flatmates.com an, welche die beste Stelle ist, um einen Raum zu suchen. Tatsächlich stellte sich die Suche als schwieriger als gedacht heraus und es dauerte um einiges länger als ich gedacht hatte. Deshalb würde ich jedem raten so früh wie möglich in Australien anzukommen. Die Nachfrage nach halbwegs leistbaren Zimmern war sehr groß, da die Mietpreise in Melbourne sehr hoch sind. Ich bewarb mich bei vielen Wohnungen, fand aber keine passende Möglichkeit. Deshalb traf ich die Entscheidung, eine eigene Wohnung zu mieten und danach selbst nach einem Mitbewohner zu suchen, was im Endeffekt sehr viel besser funktioniert hat. Gegenden um die Uni und die innere Stadt herum sind sehr teuer, jedoch wenn man ein bisschen weiter raus zieht werden die Preise weniger schlimm. Ich landete in Ascot Vale, einen Stadtteil den ich sehr empfehlen kann. Bei Mitbewohnern ist es sehr zu empfehlen einen Vertrag aufzusetzen oder sie auch auf den Mietvertrag zu schreiben, damit es keine Misverständnisse gibt und man sich selbst absichert.

Das Wetter in Australien ist zwar ganzjährig wärmer als in Österreich, jedoch ist Melbourne vor allem etwas anders. Es regnet hier sehr viel und tatsächlich wird es im Winter auch sehr kühl, etwas das ich nicht bedachte als ich für meinen Aufenthalt gepackt habe. In der Nacht hat es dann teilweise doch um die fünf Grad. Die Menschen in Melbourne sagen oft, dass man vier Jahreszeiten in einem Tag hier bekommt und das kann ich zu hundert Prozent bestätigen.

Ein weiterer Faktor in Melbourne, an den ich mich sehr gewöhnen musste ist das öffentliche Verkehrssystem. In Wien sind wir gesegnet mit hervorragenden Verbindungen und das System in Melbourne kann definitiv nicht damit verglichen werden. Man sagt dass Melbourne das beste Verkehrssystem Australiens hat, jedoch war es für mich eine große Umstellung. Es gab allerdings auch hierfür Handy Apps die das Leben sehr erleichtern können. Zum einen die „PTV“ App, welche einem ermöglicht eine Verbindung zu einem Zielpunkt zu finden und die „Tram Tracker“ App, welche in Echtzeit Bescheid gibt wie lange man noch auf eine Straßenbahn warten muss. Wenn man diese zwei Hilfsmittel verwendet, kann man gut im Voraus planen und somit eine angenehmere Fahrt haben.

Im Gegensatz zu meiner Heimatstadt ist es in Melbourne sehr üblich, viel außerhalb zu Essen und gerne neue Restaurants sowie Brunch Lokale zu testen. Eines der Must- Sees ist definitv der Zoo und Southbank mit den vielen Restaurants, welche direkt am Fluss gelegen sind (dem Yarra River). Ich habe viele Freunde in meinem Aufenthalt gefunden, die meisten von der Universität. Im ersten Semester ist jeder aufgeregt und will neue Freunde an der Universität finden,  es ist also nicht schwierig sich mit anderen neuen Studenten anzufreunden. Ein weiterer toller Weg neue Freunde zu finden, die vor allem die gleichen Interessen haben sind die vielen Clubs die es an der University of Melbourne gibt. Von Mathematik- zu Filmliebhabern gibt es so ziemlich alles was man sich wünschen könnte.

Am zweiten Carneval Tag gab es Stände von den verschiedenen Clubs bei denen man sich einschreiben konnte bzw. einmal herausfinden konnte, wofür man sich interessieren würde. Es gab sogar einen Harry Potter und Disney Lovers Club. Wenn man keinen passenden Club findet kann man sogar seinen eigenen Club starten und hoffentlich Gleichgesinnte dazu bringen, beizutreten. Besonders gefallen hat mir am Campus auch, dass sehr oft verschiedene Aktivitäten am Hauptrasen zu finden waren. Es gab wöchentliche Märkte, bei denen die Studenten die Möglichkeit hatten frisches Obst und Gemüse zu kaufen, was ich für eine tolle Idee halte um zu versichern, dass sich die Studenten gesund ernähren. Ansonsten gab es auch immer viele Spiele oder Barbecues. Wenn man sich gut informiert findet man fast täglich irgendwo am Campus gratis Essen, das entweder von der Uni oder den verschiedenen Clubs gesponsert wird, es zahlt sich also aus die Augen und Ohren offen zu halten wenn man gerne ein wenig sparen würde.

An der University of Melbourne wird jeder automatisch für Stipendien in Erwägung gezogen man muss sich also nicht noch einmal anmelden. Ansonsten geben die vielen Berater immer hilfreiche Tipps zur Finanzierung. Und nicht zuletzt erhält jeder Studierende vom Institut Ranke-Heinemann einen Zuschuß von 10% zu den Studiengebühren.Wenn man nebenbei arbeiten möchte, dann zahlt es sich aus direkt am Anfang des Semesters in der Uni Gegend nach einem Job zu suchen, da die Jobs am Campus und darum herum sehr schnell von anderen Studenten besetzt sind.


Mehr Eindrücke?

Lesen Sie auch unsere anderen Erfahrungsberichte.