Das Auslandssemester war eine tolle Erfahrung und Melbourne eine wunderbare Stadt
Erfahrungsbericht Auslandssemester Melbourne

Laura Elisabeth Harder | Studiert an der TU Hamburg-Harburg


Wo
Monash University

Zeitraum
2017

Was
Mediziningenieurwissenschaften

Studienprogramm
Auslandssemester

Förderung
IRH Förderprogramm

31.07.2017

Nach dem Studium den Kontinent bereisen

Erfahrungsbericht Auslandssemester Australien

Für mich stand schon lange, bevor ich mit der eigentlichen Planung meines Auslandssemesters loslegte, fest, dass ich gerne nach Australien gehen möchte. Fünf Monate auf diesem Kontinent zu verbringen, der weit weg von meiner Heimat ist. Wann hat man nochmal die Möglichkeit, für einen solchen Zeitraum mit einem festen Wohnsitz in einer australischen Stadt seiner Wahl zu leben und gleichzeitig frei genug zu sein, um den Rest dieses großen Kontinents zu bereisen?

Meine Heimuniversität hatte leider keine Partneruniversitäten in Australien. Deshalb fing ich ein Jahr, bevor es losgehen sollte, an, mich nach Informationsmaterial umzuschauen. Im Internet stoß ich mitunter auf das Ranke-Heinemann Institut, welches auch einen Standort in Hamburg hat. Da das Ranke-Heinemann Institut zudem 10% der Studiengebühren übernimmt (was bei den australischen Studiengebühren nicht unerheblich ist) vereinbarte ich per E-Mail einen Termin und saß schon eine Woche später in dem Büro in Hamburg. Nach einer Stunde verließ ich das Büro mit einer Menge neuer Informationen: Universitäten-Prospekte, Finanzierungsmöglichkeiten, australienspezifische Informationen („Melbourne oder Sydney? Oder doch Brisbane?“) sowie der generelle Ablauf des Bewerbungsverfahrens.

Planung und Vorbereitung

Nun lag es an mir, mich für eine Stadt zu entscheiden, die Universitäten zu vergleichen, das Kursangebot zu studieren. Meine Wahl fiel schließlich auf die Monash Universität in Melbourne. Melbourne mit seinen vielen Cafés, Bars und Restaurants, einer stark ausgeprägten Kaffeekultur, einer bunten Kunst- und Musikszene sowie der Nähe zum Strand. Die Monash Universität lag bei den Universitäten-Rankings weit oben, ich konnte in dem Prospekt adäquate Kurse zu denen finden, die an meiner Heimuniversität angeboten wurden und auch sonst sprach mich die Internetpräsenz der Universität an. Ich hielt daher Rücksprache mit den verantwortlichen Professoren an meiner Heimuniversität und bekam ihr Einverständnis für die von mir ausgesuchten Kurse.

Ich schickte dem Ranke-Heinemann Institut die ausgefüllten Bewerbungsunterlagen zu und musste nun auf eine Antwort von der Monash Universität warten, welche allerdings immer über das Ranke-Heinemann Institut mit mir kommunizierte. Bei jeglichen Fragen und Unklarheiten konnte man sich somit per E-Mail oder telefonisch bei dem Institut melden.

Einige Wochen später erhielt ich den Offer-Letter der Monash University sowie die Kurse, für die ich zugelassen wurde. Nachdem ich diesen angenommen hatte und die benötigten Unterlagen zurückgeschickt hatte, gab es noch einige Sachen, die es in Hamburg zu erledigen galt: der Auszug aus meiner WG, die Kündigung meines Studentenjobs, die Beantragung des Visums sowie die Buchung des Flugs, der Abschluss der nötigen Auslands-Versicherungen und die Organisation einer Unterkunft für die ersten zwei Wochen mithilfe von Airbnb. Zudem kann man über das Ranke-Heinemann Institut vorab die Eröffnung eines Bankkontos bei der ANZ (Australia and New Zealand Banking Group) beantragen. Bei jeglichen Fragen steht das Institut einem zur Seite und gibt wertvolle Tipps. Auch von der Universität erhielt ich einen Pre-Arrival-Guide mit hilfreichen Informationen und Check-Listen.

Abreise und Ankunft

Die Zeit bis zu meiner Abreise verging dann wie erwartet sehr schnell, man genoss die letzten Tage und Abende mit Freunden und Familie und dann war es soweit. Am 07.02.2017 trat ich meine Reise zusammen mit zwei weiteren Kommilitonen, die auch ein Semester in Melbourne an der Monash Universität studieren wollten, Richtung Australien an.

Einen Tag später kamen wir dann schließlich abends am Flughafen in Melbourne an und wurden von einem von der Uni organisierten Pick-Up Service zu unserer Airbnb-Unterkunft gebracht. Emily, unser Host, nahm uns herzlich in Empfang und erleichterte uns auch innerhalb der nächsten zwei Wochen einen problemlosen Start in Melbourne. Wir erkundeten Melbourne, schauten uns die Universität gemeinsam an und lernten auf der Orientierungswoche und während anderer diverser Veranstaltungen weitere Austauschstudenten kennen, bevor es dann 2 Wochen später mit dem Semester losging.

Bis dahin galt es eine Wohnung zu finden und sich einzuleben. Daher im Folgenden ein paar hilfreiche Tipps, die einem den Start und das Einleben erleichtern können:

Eine Wohnung findet man am besten über das WG-Gesucht-Äquivalent Flatmates. Zwei Wochen sollte man mindestens einplanen, bis man ein Zimmer findet. Einige suchen auch einen Monat und länger. Die Miete wird pro Woche angegeben. Ich habe mir ein Zimmer mit einer Austauschstudentin aus den Niederlanden geteilt und wir haben beide jeweils $190 pro Woche gezahlt (für Melbourne ein verhältnismäßig guter Preis). In der Facebook-Gruppe Fairy Floss Real Estate findet man auch etliche Anzeigen.

Die beliebtesten Stadtteile sind hierbei: South Yarra, Prahan, Windsor, St Kilda (südlich); East Melbourne, Richmond (östlich); Fitzroy, Brunswick, Collingwood, Carlton (nördlich).

Ein wichtiger Punkt, der auch von vielen anderen Austauschstudenten unterschätzt wurde, sind jedoch die Distanzen innerhalb Melbournes mit seinen 4,6 Millionen Einwohnern. Man sollte sich daher zu Beginn auch genau angucken, wo die Universität liegt, für welche man sich entschieden hat.

Leben in Australien

Das eBay-Äquivalent nennt sich gumtree.com.au. Hier habe ich beispielsweise mein Fahrrad gefunden und nach Ablauf des Semesters einfach und schnell wieder verkauft. Das Fahrrad war eine günstigere (die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen kostet pro Tag $8) und gute Möglichkeit von A nach B zu kommen, wenn die Distanz nicht zu groß ist. Es gibt viele Fahrradwege in Melbourne, wobei es im Stadtzentrum teilweise schwieriger und gefährlicher sein kann, mit dem Fahrrad zu fahren.

Für den Lebensmitteleinkauf gibt es die drei großen Supermarktketten Coles, Aldi, welche beide am günstigsten sind, sowie Woolworth. Ansonsten gibt es auch die Kette The Source Bulk Foods, wo man unverpackt genau die Menge einkaufen kann, die man benötigt - von Haferflocken bis hin zu Waschmitteln.

Die günstigste Drogerie ist Chemist Warehouse. Außerdem gibt es noch Priceline Pharmacy, die eine größere Auswahl bieten, aber auch etwas teurer sind. Für jeglichen weiteren Bedarf lohnt es sich, in die günstigen asiatischen $2-Dollar Läden zu gehen, wo man wirklich alles finden kann.

Ich habe mein Konto bei der ANZ eröffnet und war sehr zufrieden. Geld von seinem deutschen Konto auf das australische Konto zu überweisen kann aufgrund der Gebühren auf Dauer allerdings sehr teuer werden. Der günstigste Weg ist daher folgender: eine Kreditkarte in Deutschland beantragen, mit der man weltweit kostenlos Geld abheben kann (DKB, Comdirect), Geld auf dieses Konto überweisen und anschließend Geld von diesem Konto in Australien abheben und auf das australische Konto einzahlen. Somit erspart man sich jegliche Gebühren. Wenn man allerdings doch einmal eine größere Summe überweisen muss, lohnt es sich hierfür azimo.com zu nutzen. Die erste Überweisung von dem deutschen auf das australische Konto ist sogar gebührenfrei und der Ablauf einfach und schnell.

Nachdem ich ein Zimmer gefunden hatte und mich eingelebt hatte, verging die Zeit wie im Flug. Überraschend war mich jedoch der Ablauf des Semesters. Er unterscheidet sich grundlegend von dem an meiner Heimuniversität. Es herrscht Anwesenheitspflicht und man muss während des Semesters durchgängig Hausarbeiten einreichen und Präsentationen halten. Allerdings gestalten sich die Klausuren dafür verhältnismäßig einfach. Die Betreuung insgesamt ist sehr gut. Man sollte aber auf jeden Fall genügend Zeit nach dem Semester einplanen, um Australien bereisen zu können.

Einen Nebenjob zur finanziellen Unterstützung des Studiums hatte ich eingeplant, aber wegen der zeitlichen Belastung im Studium dann doch nicht realisiert. Mir sind auch keine Austauschstudenten begegnet, die zusätzlich einer Arbeit nachgingen.

Das Auslandssemester war eine tolle Erfahrung und Melbourne eine wundervolle Stadt, die sehr viel zu bieten hat. Ich kann jedem, der ein Auslandssemester in Erwägung zieht und die Möglichkeit hat, nahelegen, diese Chance wahrzunehmen.


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