Erlebnisse und Erinnerungen, die ich niemals missen möchte

Gianna A. Wollenschläger | Kommunikationsdesign


Wo
Griffith University

Zeitraum
2016

Was
Kommunikationsdesign

Studienprogramm
Auslandssemester

Förderung
IRH Förderprogramm

30.06.2016

Studium an der Griffith University

Strand in Australien

Vorwort

Als ich vor Beginn meines Studiums im Studienverlaufsplan die Wahl zwischen eines Praktikums oder eines Auslandssemesters sah, stand für mich fest, dass ich das 5. oder 6. Semester im Ausland verbringen würde. Als jemand der unsicher ist und nicht gerade viel Selbstvertrauen hat, wollte ich ein Auslandssemester vor allem durchziehen, um mir selbst zu zeigen, zu was ich fähig bin. Im Laufe meines Studiums fiel dann schließlich die Wahl auf Australien und eineinhalb Jahre vor meinem 6. Semester ging es von einer Veranstaltung zur nächsten um Informationen zu erhalten.

Vorbereitung

Mit den Vorbereitungen zur Bewerbung und allen Materialien begann ich etwa eineinhalb bis ein Jahr vor dem geplanten Abflug und nachdem der Studienplatz an der Griffith sicher war, ging es an die Planung für folgende Punkte:

Wohnungssuche:

Empfohlen wurde mir erst ein Hostel zu beziehen und eine Wohnung vor Ort zu suchen. Im Nachhinein und einigem Austausch mit anderen Studierenden, die es ebenfalls so angegangen sind, würde ich es auch auf diese Weise machen. Ich war zu der Zeit damals leider etwas zu unsicher und wollte von Anfang an einen festen Wohnsitz, was online auch leichter war, als zu Anfang angenommen. Am Ende hatte ich eine Wohnung in einem Wohnheim zusammen mit 2 weiteren Mädchen mit eigenem Zimmer und eigenem Bad. Die Uni war nur 15 Minuten zu Fuß entfernt.

Packen

Für knapp 6 Monate zu packen stellte sich als eine tagelange Herausforderung raus. Nach meiner Erfahrung sollte man das Wetter hier nicht unterschätzen. Der Sommer hier (der Winter in Deutschland) hat zwar seine 30-40° aber sobald es in die späteren Monate geht, wird es schon mal was kühler und regnerisch. (20° sind nach dem Sommer hier schon sehr kalt und man braucht schon mal dickere Pullover und Jacken um sich warm zu halten.) Auch wird es ab Juni sehr regnerisch, also ist ein Schirm oder eine Regenjacke auf jeden Fall Pflicht. Natürlich ist dieser auch in Australien und sogar in dem Uni Shop auf dem Campus zu erhalten.

Als Tipp empfehle ich mit Emirates zu fliegen. Dort hat man die Möglichkeit 30kg mitzunehmen, die man auf jeden Fall mindestens bei der Abreise braucht.

Ankunft

Ich habe mir bei der Griffith ein paar Wochen vor meinem Abflug einen freien Abholservice bestellt, der mich zu meiner gewünschten Adresse vom Brisbane Flughafen fuhr.

Erste Schritte

Was ich sehr empfehlen kann, ist, bei der O-Week so viel es geht mitzumachen. Es gibt viele Informationen und Tipps zur Uni und zum Leben in Australien.

Zur Fortbewegung habe ich mir, nachdem ich mir meinen Studentenausweis beim “Student Centre” geholt hatte, nach einigen Empfehlungen eine “Concession-Card” beim Book-Shop an der Uni geholt mit der man als Student günstiger die Öffentlichen Verkehrsmittel (Tram, Busse und Züge) verwenden kann. Achtung: Man muss diese online bei Translink mit der Studentennummer registrieren, sonst ist die Karte nicht gültig.

Als Handykarte kann ich das Netz von Optus empfehlen. Von den Preisen her sind sie sehr günstig und von der Qualität sehr gut. Als ich damals meine Karte geholt habe, gab es sogar Angebote, womit ich noch mehr Datenvolumen erhalten habe.

Ein australisches Konto habe ich mir bei der ANZ machen lassen. Ich habe dieses allerdings nur für die Bezahlung der Miete und des Internets in meinem Wohnheim genutzt. Ansonsten habe ich mit meiner deutschen Kreditkarte an bestimmten Automaten umsonst Geld abheben können. Hier empfehle ich, sich vorher in Deutschland an der eigenen Bank zu erkunden.

Es gibt zum Einkaufen zwei wichtige Supermarktketten: Woolworth und Coles. Ich persönlich war nur zweimal im Woolworth und habe meine Einkäufe hauptsächlich bei Coles erledigt. Man muss bedenken, dass Australien sehr teuer ist, was man vor allem an den Preisen im Supermarkt merkt. Bei Coles gibt es allerdings immer wieder Angebote, bei denen Produkte reduziert sind oder zwei oder mehrere Produkte zusammen günstiger sind. Wer ein bisschen Heimat erleben will, kann ebenso in einem Aldi im Land einkaufen. Bei den Supermarktketten Woolworth und Coles, sowie KMart (eine Ladenkette, in der es alles von Kleidung, Campingausrüstung bis hin zu Spielzeug und Schreibwaren gibt), gibt es zudem Check-outs, an denen man selbst die Produkte scannen kann. Diese sind besonders praktisch, wenn man nur eine kleine Anzahl an Teilen kauft.

Die O-Week

Wie bereits erwähnt empfehle ich jedem, der sowohl neu an der Griffith als auch in Australien ist, an der O-Week teilzunehmen. Diese geht nicht nur über eine Woche; einige Veranstaltungen finden bereits vor der offiziellen O-Week und andere danach statt. Es gibt genügend Veranstaltungen über die Uni und die Kurse, aber auch Informationsveranstaltungen und Workshops über das Leben in Australien.

Sobald man die Zugangsdaten für die Online-Anmeldung von der Griffith erhalten hat, kann man sich auch bereits einen Plan für die O-Week mit allen gewünschten Veranstaltungen, Workshops und Ausflügen erstellen.

Der Campus

Der Gold Coast Campus der Griffith University deckt alles ab, was man zum Studieren und Erholen braucht: Von einer großen Bibliothek, über 24-Hours Study Rooms, bis hin zu Cafes, Essen und Freizeitangeboten. Dem Studenten fehlt es dort an nichts.

Ich habe von vielen gehört, dass das Essen auf dem Campus sehr teuer ist, was ich allerdings nicht so empfand. Natürlich ist es immer günstiger selbst zu kochen und ich habe eher selten auf dem Campus gegessen, hauptsächlich weil ich an jedem Tag jeweils nur einen Kurs hatte.

Studium

Der Studiengang ist ähnlich aufgebaut wie in Deutschland, nur hat man hier lediglich bloß 4 Kurse (in meinem Fall kam ich mit 3 Kursen aus, um die erwünschten Kreditpunkte meiner Heimatuniversität zu erreichen). Für mein Studium in Kommunikationsdesign habe ich die Kurse „Introduction to Webdesign“; „Typography for Screen“ und „Creative Thinking“ gewählt. „Introduction to Webdesign“ und „Typography for Screen“ waren besonders für meinen Schwerpunkt (Digital Design) sowohl interessant als auch lehrreich und haben mich in meinem Wissen und meinem Können erheblich weiter gebracht. Diese beiden Kurse waren in Vorlesungen und Tutorials aufgeteilt während „Creative Thinking“ als Seminar einmal in der Woche stattfand.

Was mir persönlich an diesem System sehr gefallen hat war, dass es im Gegensatz zu meiner Heimatuniversität in Deutschland, wo die gesamte Note oft nur von einer Präsentation abhängt, in Australien die Note durch mehrere Assignments und Assessments aufgeteilt wird. Oft gehören die Assignments und Assessments (im Designstudium) zum Endergebnis womit von anbeginn an dem “Endprodukt” gearbeitet wird und man regelmäßig Feedback und eine Benotung bekommt um seine Arbeit bis zum Ende so gut es geht zu verbessern.

Weiterhin finde ich den Umgang mit den Studenten sehr angenehm. Die Professoren und die Tutoren haben sich sehr viel Zeit für jeden Schüler genommen und standen auch außerhalb der Studienzeiten für Fragen und Hilfestellungen zur Verfügung.

Reisen

Australien ist sehr groß und es gibt dort vieles zu sehen und zu erleben. Ein Reisebüro ist direkt auf dem Campus und auch von der Stundentengilde und dem Griffith Mates (die man in der O-Week kennen lernt) kann man Ausflüge und einige kleine Reisen organisieren. Man sollte die Gelegenheit in Australien zu sein nutzen. Mein liebstes Ziel, als Stadtliebhaberin, war Sydney. Auch wenn ich leider dort nur zwei Nächte verbringen konnte. Das Sydney Opera House ist für eine Designaffinnin ein Muss.

Fazit

Ein Auslandssemester in Australien kann ich jedem empfehlen, der aus sich heraus kommen will. Ich war sehr unsicher und schüchtern bevor ich nach Australien gereist bin und hatte auch bezüglich des Auslandssemesters oftmals Zweifel, doch ich bereue es auf keinen Fall dieses Abenteuer erlebt zu haben. Ich bin weitaus selbstbewusster geworden und traue mir inzwischen weitaus mehr zu. Es ist ein Erlebnis, welches mich wachsen ließ und eine Chance, die ich vermutlich nur einmal im Leben erhalten werde. Ich würde die Erlebnisse und die Erinnerungen, sowie die Leute, die ich aus verschiedensten Ecken der Welt kennenlernen durfte, niemals missen.

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