Die beste Entscheidung meines Lebens
Erfahrungsbericht Geidel_Kangaroo

Vanessa Geidel | Bachelorstudentin


Wo
The Australian National University

Zeitraum
2017 - 2019

Was
International Relations

Studienprogramm
Bachelor

Förderung
IRH Förderprogramm

20.02.2018

Warum es nicht immer Sydney sein muss

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Mein erstes Semester an der ANU in Canberra:

Australien … dieses Land in weiter Ferne! Viele von uns assoziieren Down Under mit stechend roten Wüsten, Surfstränden, Metropolen wie Sydney und als Lieblingsreiseziel frisch gebackener Abiturienten. Ich wohne nun schon seit fast einem Jahr in Australien … und ICH assoziiere mit Australien Heimat.

Hallo, mein Name ist Vanessa Geidel. Ich komme aus dem beschaulichen Hockenheim im wunderschönen Baden-Württemberg und studiere seit Februar 2017 einen Bachelor of International Relations an der Autralian National University (ANU) in Canberra.

Vorbereitung … Oder, warum Ranke Heinemann einfach super ist

Der Gedanke in Australien studieren zu wollen, kam nicht aus dem Nirgendwo. Schon seit 2012 ist Down Under für mich mehr als nur ein Kontinent 16000 Kilometer entfernt von uns. Im Winter 2012/2013 nahm ich im Rahmen eines Stipendienprogramms eine australische Gastschülerin aus Melbourne auf. Ein halbes Jahr später war ich selbst für ein viertel Jahr an einer High School in Melbourne. Zwei Jahre später kehrte ich in den Ferien nach Australien zurück, um Freunde zu besuchen. Mit jedem Mal, das ich in diesem wunderschönen Land verbrachte, lernte ich die Leute, die Mentalität und den Lebensstil mehr und mehr zu lieben.

Mir war schon lange klar, dass ich mir ein Studium außerhalb Deutschlands sehr gut vorstellen könnte. Ich strebte danach, in englischer Sprache zu studieren, weit weg von zu Hause, an einer Universität, die mir die Förderung gibt, die ich benötige, um meine Karriereziele zu verwirklichen. So fiel meine Wahl doch recht schnell auf Australien. Mein damaliger Englischlehrer Herr Pusch ermutigte mich mit seiner Begeisterung über meine Pläne immer wieder. Ich fing an, mich über ein Studium in Australien zu informieren. Die Masse an Informationen, die man im Internet auf den Websites aller Universitäten findet, ist sehr überwältigend und man verliert schnell den Überblick.

Durch Zufall stieß ich im Internet auf Ranke Heinemann und war schnell überzeugt. Ranke Heinemanns Website war informativ und gab mir alle wichtigen Informationen und Links zu den Universitäten. Ich entschied mich, mit Ranke Heinemann in Kontakt zu treten und war auch sofort von der Hilfsbereitschaft, Kompetenz und Freundlichkeit der Mitarbeiter positiv überrascht. Des Weiteren überzeugte mich Ranke Heimanns Angebot der Studienbeihilfe, die 10% der Studiengebühren meines ersten Semesters übernimmt, wenn ich einen Erfahrungsbericht über mein Semester verfasse. Deshalb entschied ich, mich über Ranke Heinemann für die australischen Universitäten zu bewerben, und das war eine der besten Entscheidungen, die ich treffen konnte. Ranke Heinemann stand mir während des gesamten Bewerbungsprozesses bei. Ich war konstant in Email Kontakt und habe sehr oft angerufen. Alle Mitarbeiter haben mir immer geduldig Rede und Antwort gestanden, bis auch die letzte Frage geklärt war.

Die Visumbeantragung gestaltete sich um einiges einfacher als erwartet! In Internetforen las ich viel von dem „Genuine Entrance Letter“, den man der Visumsbeantragung beilegen muss, um zu bezeugen, dass man nur aus dem Hintergrund nach Australien kommt, um dort zu studieren, und nicht um das Studentenvisum zu benutzen, um in Australien leben und arbeiten zu können. Entgegen sämtlicher Empfehlungen habe ich die Beantragung des Visums bis drei Wochen vor Studienbeginn herausgezögert. Ich empfehle jedoch keineswegs so lange wie ich zu warten! Mein Visum, war trotz großer „Angstmache“, dass es manchmal Wochen dauern kann, bis das Visum ausgestellt wird, innerhalb von Minuten erteilt. Jedoch vermute ich, dass dies nur damit zusammenhing, da dies nicht meine erste Visumsbeantragung für Australien, sondern meine dritte, war. Somit hatte ich viel Glück!

Mein persönlicher Tipp: Bewerbung definitiv über Ranke Heinemann abwickeln!


Mein Studienort: Canberra … Oder, Australiens „verhasste“ Hauptstadt ist eigentlich ziemlich cool

Ein paar Fakten …

Canberra, die australische Hauptstadt, ist die achtgrößte Stadt Australiens und liegt zwischen Sydney und Melbourne. Die Stadt hat keinen direkten Meerzugang und ist im Winter durchschnittlich kälter und im Sommer durchschnittlich heißer als Sydney und Melbourne. Australiens Hauptstadt hat den Ruf extrem langweilig zu sein. Viele Australier nennen Canberra oft nur „a hole“. Aber, so schlimm ist es gar kein bisschen. Natürlich kann man „the bush capital“ nicht mit Australiens Metropolen Sydney, Canberra oder Brisbane vergleichen, jedoch habe ich innerhalb der letzten Monate Canberra lieben und schätzen gelernt.

Canberra, eine Studentenstadt?

Canberra, so finde ich, ist eine ideale Studentenstadt. Die Stadt ist sehr übersichtlich und nicht hektisch oder chaotisch. Vor allem die Lebenshaltungskosten unterscheiden sich von Sydney: Miete ist um einiges günstiger in Canberra, sowie günstige Möglichkeiten essen zu gehen und vor allem (von großem Interesse für die Studenten) kostenloser Eintritt in alle Clubs jeden Donnerstag. Für australische Verhältnisse gibt es günstige Getränke in den Clubs. Öffentliche Verkehrsmittel (in Canberra gibt es nur Buslinien) sind sehr günstig und generell zuverlässig. Meiner Meinung nach ist Canberra der perfekte Ort, wenn man weit weg von zu Hause das erste Mal in seinem Leben auf eigenen Füßen stehen muss. Alle wichtigen Institutionen und Läden sind in der Nähe und einfach zu Fuß zu erreichen. Mein Leben auf dem Campus (mehr dazu im Abschnitt „Meine Unterkunft) hat alles noch einmal zusätzlich vereinfacht, da er direkt an das Stadtzentrum „Civic“ grenzt und somit alle wichtigen Geschäfte nur wenige Gehminuten entfernt sind. Man ist nicht auf ein Auto oder sogar die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen, wenn man schnell die Innenstadt erreichen will.

Destinationen, die man von Canberra aus erreichen kann:

Wie bereits erwähnt, ist Canberra vielleicht an sich kein Touristenmagnet, jedoch kann man von dort aus viele Orte erreichen und viele Tages- und mehrtägige Ausflüge machen. So liegen um Canberra einige schöne Nationalparks, wie zum Beispiel der Namadgi National Park mit dem wunderschönen Gibraltar Falls oder Kosciuszko National Park, eine Gegend, die besonders beliebt für Wintersport ist. Direkt von Canberra fahren Busse, z.B. der „Snow Express“ von Murray, die Ski-und Snowboard Hotspots Australiens an. Canberras günstige Lage macht Wochenendausflüge nach Sydney (circa 4 Stunden Fahrt) oder Melbourne (circa 6 Stunden Fahrt) mit dem Bus sehr einfach. Auch könnte man sich ein Auto mieten und für das Wochenende an die Küstenorte Mollymook oder Batemans Bay fahren.

TOP 5 Things To Do In Canberra:

  1. Das War Memorial: Das Museum über Australiens und Canberras Geschichte ist sehr informativ und gewährt einen Einblick in Australiens Involvierung in die Weltkriege. Von dem War Memorial aus hat man einen wunderschönen Ausblick auf das Parlament House und das Old Parlament House (beide sind auch einen Besuch wert!).

  2. Black Mountain und Moint Ainslie: Die „Hausberge“ von Canberra gewähren einen wunderschönen Ausblick auf Canberra und machen deutlich, wie weitläufig und grün Australiens Hauptstadt ist.

  3. Lake Burley Griffith: Der See, der sich durch Canberra zieht, ist wunderbar geeignet für Radtouren. Vor allem an sonnigen Tagen wird man auf den Radwegen viele Menschen antreffen.

  4. National Arboretum: Ist eine wunderschöne Gegend etwas außerhalb von Canberra, die einem tolle Wanderwege und tolle Aussichten gewährt.

  5. Floriade: Jeden Frühling findet die mehrwöchige Floriade statt, eine Veranstaltung die ein großes Gelände am Lake Burley Griffin in ein Paradies für Tulpenliebhaber verwandelt. Einfach wunderschön!

Mein persönlicher Tipp: Mach ein Foto von dir vor der „Donut Statue“ in Canberra. Canberras Einwohner pflegen zu sagen, dass du nicht in Canberra gewesen bist, wenn du kein Foto von dir vor der Statue gemacht hast!

Meine Universität: ANU … Oder, Eine Uni in den TOP 20 der weltbesten Universitäten

Neben der Australian National University hatte ich auch die Zusage für die UNSW Sydney und die University of Queensland. Nach Abschluss des ersten Semesters kann ich sagen, dass ein Studium an der ANU die beste Entscheidung war, die ich treffen konnte.

Warum ANU?

Die ANU ist gemäß den Rankings die beste Universität Australiens und stellt in den internationalen Vergleichen alle deutschen Unis in den Schatten. Sie reiht sich aktuell in den Top 20 der weltbesten Universitäten ein. Sie hat einen besonders guten Ruf für den Studiengang „International Relations“ - hier ist sie unter den Top 8 der international besten Universitäten. Somit war der exzellente Ruf für den Bachelor of International Relations eine der Gründe, warum ich mich für ANU entschied.

ANU Absolventen haben die besten Berufschancen innerhalb Australiens nach dem Abschluss und verdienen statistisch mehr als Absolventen anderer Universitäten.

Ein weiterer Vorteil der ANU ist die sogenannte „Guaranteed accomondation“ für „first year“ Studenten. Da ich den Wunsch hatte, auf dem Campus zu leben, war dieses Angebot perfekt für mich.

Allgemein ist die Qualität der Vorlesungen und der Tutorien sehr hoch. Die Tutorial-Klassen sind in der Regel sehr klein (circa 15 Studenten) und machen es damit möglich, dass der Tutor sich um die Studenten individuell kümmern kann. Dadurch weist die ANU die kleinsten Klassen unter den führenden Universitäten in Australien auf.

Vor allem für internationale Studenten ist von großem Interesse, dass die ANU alle Vorlesungen immer aufzeichnet und auf die Uni-interne Website hochlädt. Dies ermöglicht Teile der Vorlesung noch einmal online anzuschauen und zu wiederholen, was mir sehr entgegen kam.

Meine Uni und mein Studienfach

Ein Semester in Australien (an der ANU) besteht aus 12 Wochen, in denen man aktiv Unterricht hat. Nach 6 Wochen Unterricht sind in der Regel zwei Wochen Pause. In diesem Zeitraum ist man jedoch oft beschäftigt Essays oder andere Assignments vorzubereiten und zu schreiben. Nach 6 weiteren Wochen Unterricht beginnt die dreiwöchige ‚Exam Period‘. In dieser Zeit finden die ‚Final Exams‘ statt. Anders als in Deutschland, machen die ‚Final Exams‘ jedoch nur einen keinen Teil (oft circa 30-50%) der Endnote aus. Während des Semesters gibt es bei einigen Kursen ‚Midterm Exams‘, wöchentliche Quizze oder Aufsätze und Präsentationen, die auch einen beträchtlichen Teil zur Endnote beitragen. Das Sommersemester beginnt an der ANU im Februar und endet im Juni, während das Wintersemester im Juli beginnt und Ende Oktober/ Anfang November endet.

Die Woche vor dem ersten Semester ist die sogenannte O-Week (Orientation Week). Ich kann jedem wärmstes empfehlen, an der O-Week teilzunehmen. Vor allem, wenn man wie ich in einem Studentenwohnheim lebt, ist dies eine Woche, vollgepackt mit Aktivitäten, die jeden Abend damit endet, dass man Canberras Clublandschaft auskundschaftet. Des Weiteren bietet die ‚Orientation Week‘ Programme für die neuen Studenten an, die helfen sollen, mit den ANU-internen Studentenwebsites Wattle und ISIS umzugehen, wie man sich in Kurse einschreibt, seinen eigenen Studienplan kreiert und sich auf dem Campus zurechtfindet oder auch einige Aktivitäten, um Leute kennen zu lernen.

An der Australian National University studiere ich Bachelor of International Relations und im Nebenfach Spanisch. Die ANU ist berühmt für ihre exzellente Fakultät für ‚International Relations and Politics‘.

Die Kursauswahl an der ANU findet auf einem internen Online Portal namens ISIS statt. ANU Studenten machen oft Scherze über den doch etwas unglücklichen Namen dieses Management Portals. Dozenten und Tutoren stellen in der Regel alle Powerpoints, Zusatzinformationen und Quizze in das Portal Wattle, um es den Studenten leicht zugänglich zu machen.

Das erste Semester fühlte ich mich sehr gut aufgehoben. Alle Kurse waren sehr gut durchorganisiert und die Dozenten sehr kompetent. Bei Fragen haben sich vor allem die Tutoren immer sehr viel Zeit genommen, selbst außerhalb ihrer Sprechstunden.

An der ANU wählt man pro Semester 4 Kurse, damit ist man ein Vollzeitstudent. Das ist für internationale Studenten Pflicht, weil sie sonst ihr Visum verlieren würden, wenn sie weniger als 4 Kurse pro Semester studieren.

Da mein Bachelor es vorsieht, dass ich zusätzlich eine Fremdsprache lerne, entschied ich mich für Spanisch, was ich schon mehrere Jahre am Gymnasium belegt hatte. Um nicht wieder bei Null anfangen zu müssen, machte ich einen sogenannten ‚Language Placement Test‘. Dies war ein 1 ½ stündiger Online-Test, der meine Fähigkeiten auswertete und mich dem Spanischkurs zuwies, welcher meinem Sprachlevel entspricht. Somit konnte ich zwei Semester Spanisch überspringen und nehme seitdem am Kurs „Continuing Spanish“ teil.

Des Weiteren entschied ich mich den Kurs „Macroeconomics“ zu belegen, da ich zu Hause ein Wirtschaftsgymnasium besuchte.

Meine Lieblingskurse waren zum einen „Introduction to International Relations“, welcher sich mit den Grundsätzen der internationalen Beziehungen beschäftigt sowie zum anderen der Kurs „Understanding Peace and Conflict“, welcher, wie der Name schon verrät, sich mit Themen befasst, warum Menschen sich entschieden in den Krieg zu ziehen.

Der Campus

Der Campus ist sehr groß. Es gibt viele Grünflächen und einen kleinen Fluss namens Sullivans Creek, welcher sich durch den Campus zieht. Das Herz des Campus ist der Union Court. Das ist ein Bereich in der Mitte des Campus, in dem es viele Geschäfte gibt, darunter, Bars, Cafés, Bäckereien, eine Apotheke, Ärzte und Schreibwarengeschäfte. Hier findet man in der Regel alles Essenzielles für das Studentenleben und dies zu annehmbaren Preisen. Da der Union Court ein schon sehr alter Teil der ANU ist, werden die Gebäude bald abgerissen um im neuen Design wieder aufgebaut zu werden. Bis zur Revitalisierung des Union Courts ersetzt die sogenannte „Pop-Up Village“ diesen Bereich mit vielen Food Stalls, von Canberras besten Restaurants und Cafés.

Top 3 Things To Do If you go to ANU:

  1. Des Weiteren kann ich nur sehr empfehlen auf den „Market Day“ zu gehen, auf dem sich alle Clubs, Gesellschaften und Organisationen an der ANU vorstellen. Selbst wenn man sich keinen der Clubs anschließen will, ist es cool sich anzuschauen, was für eine Vielfalt von Menschen an der ANU vertreten ist. Außerdem gibt es am Market Day viele gratis Kulis, Trinkflaschen und andere Sachen.

  1. Sogenannte ‚Interhall Events‘ sind eine super Sache, um Leute aus anderen Colleges der ANU kennen zu lernen. Darunter gibt sehr viele ‚Interhall Sport‘ Events, bei dem die Colleges in Turnieren in bestimmten Disziplinen gegeneinander antreten. Auch werden Bälle und Bankette organisiert, um sich außerhalb eines Wettbewerbsumfeldes kennen zu lernen.

  1. Ein wichtiger Teil des Studentenlebens spielt sich auch in den sozialen Netzwerken ab. Ich nur jedem empfehlen, diesen Gruppen beizutreten. Die Hauptgruppe ist „ANU Schmidtposting“. Sie versorgt ANU Studenten mit allen Neuigkeiten rund um akademische Fragen, die besten Tipps und wo man heute auf dem Campus kostenloses Essen ergattern kann.

Mein persönlicher Tipp: Kauf dir unbedingt ein Fahrrad! Der Campus ist sehr weitläufig, was es manchmal unmöglich macht nach dem Ende eines Tutorials, rechtzeitig zum nächsten Kurs zu erscheinen.


Meine Unterkunft: Burton & Garran Hall … Oder, warum ein Studentenwohnheim für mich die richtige Entscheidung war

Canberras Wohnungsmarkt

Canberras Wohnungsmarkt ist im Vergleich zu Sydneys weniger angespannt. Die Wohnungspreise sind verhältnismäßig günstig. In einem akzeptablen Sharehouse fangen die Mieten schon bei $150 die Woche an. Wer darüber nachdenkt in eine WG zu ziehen, der kann entweder bei flatmates.com oder gumtree.com nachzuschauen. Ich persönlich würde empfehlen der Facebook Gruppe „Canberra Share Housing & Rooms for Rent“ beizutreten. Bei Studenten sind die Wohnviertel Turner, Braddon, Ainslie, O’Connor und Lyneham sehr beliebt. Sie sind nah am Campus situiert und sichere und schöne Stadtviertel. Wer eine etwas weitere Strecke zur Universität nicht scheut und ein Auto besitzt oder tägliches Busfahren okay findet, dem empfehle ich Kingston Foreshore, Griffith, Fyshwick oder Manuka in Südcanberra. Das sind wunderschöne Gegenden am Lake Burley Griffth, wo man auch sehr lecker essen gehen kann.

Mein Studentenwohnheim, B&G

Mein Studentenwohnheim heißt Burton and Garran Hall (B&G) und befindet sich an der „berühmten“ Daley Road am Rande des Campus. Burton and Garran Hall ist ein sogenanntes „self-catered“ College, also die jeder kochen hier für sich selbst. Über 550 Studenten leben hier – das klingt sehr viel, jedoch ist das Wohnheim ziemlich groß und die Studenten sind auf 4 Gebäude aufgeteilt (B-Block rules!). Man teilt sich eine riesige Küche (die größte nicht industrielle Küche in der südlichen Hemisphäre!), welche das Zentrum des sozialen Lebens im Colleges ist.
B&G ist sehr vielfältig: zwar sind mehr als die Hälfte der Studierenden aus Australien, jedoch gibt es auch viele internationale Studenten, größtenteils aus asiatischen Ländern. Jedes Stockwerk hat sogenannte „Senior Residents“. Das sind ältere Studenten die schon lange Zeit am College wohnen und sich bereit erklärt haben, sich um die jüngeren Studenten zu kümmern, egal um welches Problem es sich handelt. Dies hat mir vor allem in meiner Anfangsphase sehr geholfen. Zum Beispiel wurde ich gleich innerhalb des ersten Monats krank und bekam eine Angina. Mein Senior Resident Indra kümmerte sich schnell um einen Arzttermin und erkundigte sich danach noch mehrfach nach mir.

Leben im Studentenwohnheim

Das soziale Leben in den Studentenwohnheimen ist einfach spitze! Schnell werden Bekannte zu Freunden und Freunde zu einer Art Familie. Wir machen fast alles zusammen: Laufen oder radeln zusammen zum Unterricht, lernen zusammen, kochen und essen zusammen, gehen zusammen aus und verbringen auch sonst unsere ganze Freizeit zusammen. Leben am College macht es selbst einer schüchternen Person einfach Freunde zu finden.

Ein weiterer super Punkt am College ist, dass man zwar größtenteils selbstständig lebt, jedoch auch gewisse Annehmlichkeiten hat, die das Leben in einem fremden Land um einiges vereinfachen. Dies ist dies von College zu College unterschiedlich. An meinem gibt es zum Bespiel Putzkräfte, die täglich die Badezimmer, Küche und Gänge säubern und aufräumen. Die Einrichtung ist komplett gestellt, man muss keine Möbel für das eigene Zimmer kaufen und sich auch nicht um den Verkauf am Ende der Studienzeit an der ANU kümmern.

Dass sich mein Studentenwohnheim auf dem Campus Gelände befindet, war ein weiterer essenzieller Grund, weshalb ich mich für das Collegeleben entschieden habe. Das ist unglaublich praktisch und erspart lange Wege zur Uni und wieder nach Hause.

Mein persönlicher Tipp: Häng nicht nur mit anderen Internationalen Studenten rum, sondern freunde dich auch mit vielen australischen Studenten an. Dies ermöglicht dir, tiefer in den „aussie way of life“ einzutauchen.

Aussie Lifestyle und Mentalität … Oder, How ya going, mate?

Während der letzten Monate habe ich „the aussie way of life“ sehr lieben und schätzen gelernt. Die Offenheit und Herzlichkeit, die mir von allen Seiten gezeigt wurde und wird, hat mich von Anfang an überwältigt. Australier machen es einem erstaunlich einfach, Anschluss zu finden und Freundschaften zu schließen. Viele Australier sind oft neugierig, wenn sie deinen Akzent hören und haben häufig großes Interesse an deinen Beweggründen nach Australien zu kommen. Die „no worries mate“-Mentalität, die den Australiern oft nachgesagt wird, kann ich nur bestätigen. Australier haben Spaß am Leben und nehmen nicht alles immer so ernst.

Australier haben, im Vergleich zu Deutschland, einen viel stärkeren Nationalstolz. Sie sind zwar nicht so patriotisch wie Amerikaner, jedoch wird „Australia Day“, der Nationale Feiertag in Australien, fast genauso groß gefeiert wie der 4th of July in Amerika: Mit einem guten BBQ mit der ganzen Familie, ein paar kalten Bieren, Pavlova (ein „australischer“ Kuchen), in Badehosen oder Bikini mit der australischen Flagge und einem wunderschönen Feuerwerk an Sydneys Harbour Bridge. Auch haben Australier eine viel stärkere Tradition, ihre im Krieg gefallenen Soldaten zu ehren, ja schon fast zu glorifizieren.

Zwar gibt es in Australien keine Kultur, wie wir Europäer es uns vorstellen, jedoch haben vor allem die Migranten den Lebensstil in Australien beeinflusst. Durch die Nähe Australiens zu Asien ist die asiatische, vor allem die chinesische, thailändische und indische Küche schon lange ein wichtiger Bestandteil der australischen Essenskultur. Das Schulsystem sowie der Regierungsaufbau sind nach dem Vorbild des „Mutterlandes“ Großbritannien organisiert. Sportevents spielen auch in Australien eine große Rolle im sozialen Leben. Eine australische Eigenerfindung ist der „AFL“ Australian Football, auch ‚footie‘ genannt. Schau dir ein Spiel mal an und lass dich mitreißen, es wird dir gefallen.

Mein persönlicher Tipp: Lass dir auf jeden Fall ein paar australische Slang-Wörter beibringen. Australier finden es immer total super, wenn sie merken, dass Ausländer versuchen ihren Akzent nachzuahmen.

Ein Fazit … Oder, Die beste Entscheidung meines Lebens

Ich werde oft gefragt, ob es das wirklich wert ist, 16.000 Kilometer entfernt von zu Hause zu studieren. Nach meinem ersten Semester kann ich nur sagen: Ja, definitiv! Ich bereue meine Entscheidung keine Sekunde und bin sehr glücklich, dass ich im Moment dort bin, wo ich sein will: in meinem Studentenwohnheimzimmer an der ANU, mit einem Lächeln auf dem Gesicht bei den Erinnerungen an all meine Erlebnisse der letzten Monate!

Vielen Dank Ranke Heinemann!

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