Meine Zeit in Perth war eine tolle Erfahrung
Portrait Perrey

Jana Perrey | Lehramtsstudentin


Wo
Murdoch University

Zeitraum
2017

Was
Lehramt Englisch und Sport

Studienprogramm
Auslandssemester

Förderung
IRH-Förderprogramm

31.12.2017

Warum nicht Australien?!

Tauchen mit Schildkröte Australien

Ein Auslandssemester in Australien. Dies war für mich ein Punkt auf meiner To Do-Liste, seitdem ich acht Monate durch Neuseeland und auch Australien gereist bin. Die Gelassenheit der Menschen, das gute Wetter und die wunderschönen Strände machen für mich Australien zu einem der schönsten Plätze der Erde. Da ich Lehramtsstudentin mit der Fächerkombination Englisch und Sport bin, gab das Auslandssemester sogar Sinn, da man verpflichtend mindestens drei Monate im Ausland verbringen muss und warum dann nicht Australien?! Jeden Tag surfen, BBQ am Strand und einfach der spießigen deutschen Bürokratie entfliehen. Im Folgenden werde ich über die positiven aber auch negativen Seiten meines Auslandssemesters berichten und hoffentlich hilfreiche Tipps mit auf den Weg geben können.

Gesagt getan. In meinem dritten Semester entschied ich mich dafür in meinem fünften Semester (WS 2017/18) nach Australien zu gehen. Durch positive Erzählungen eines Freundes und Aushänge in der Uni wand ich mich an die Organisation “Ranke-Heinemann” um mich zu informieren. Schnell habe ich einen Termin bekommen und konnte persönlich mit einer netten Mitarbeiterin alle wichtigen Schritte durchgehen. Das Auslandssemester zu planen empfand ich schon als sehr aufwendig und daher kann ich nur jedem raten, sich durch eine Organisaton helfen zu lassen. Die wohl wichtigste Frage, die beim Thema Study abroad aufkommt, ist natürlich die Finanzierung. Da ich Inlandsbafög bekomme, wusste ich, dass ich auch Auslandsbafög bekommen würde. Das heißt 4600 Euro der Studiengebühren und 1000 Euro der Flugkosten werden vom Amt übernommen. Da dies sehr viel Geld ist, würde ich mich frühzeitig darum kümmern alles zu beantragen, damit man ohne Geldsorgen losfliegen kann. Das Ranke-Heinemann Institut bietet auch Finanzierungshilfen an. In den meisten Fällen handelt es sich um bis zu 10 % der Studiengebühren, welches aber individuell unterschiedlich sein kann. Diese Informationen stehen alle auf der Internetseite und lassen sich einfach herausfinden.

Da die Finanzierung nun geklärt war, musste ich mich für eine Stadt und eine Universität entscheiden. Da ich die Ostküste Australiens bereits bereist habe, enschied ich mich dafür, nach Perth zu gehen und im Anschluss die wunderschöne Westküste zu erkunden. In Perth gibt es drei Universitäten und nach einem Gespräch bei Ranke-Heinemann, habe ich mich für die Murdoch University entschieden.

Das Semester 2 beginnt in Australien schon Ende Juli und somit konnte ich kaum Klausuren in Deutschland schreiben, was man auf jeden Fall bei der Planung beachten sollte. Am 17.7.2017 ging es dann für mich richtig los und am 19.07 kam ich in Perth an. Die Murdoch University bietet ein Studentenwohnheim “Murdoch-Village” an, welches man noch von Deutschland aus buchen kann. Ich habe mich dafür entschieden, weil ich dachte es wäre das Einfachste in Perth anzukommen und direkt ein Zuhause zu haben. Davon würde ich aber jedem abraten. Das Village liegt zwar direkt an der Uni, aber man braucht eine Stunde mit ÖVs in die City und eine Stunde zum Strand. Außerdem gibt es außer einem sehr schäbigen Einkaufszentrum nichts in der Nähe liegendes. Das North Village, dort habe ich gewohnt, war sehr schön und modern eingerichtet, jedoch ist Wifi kostenpflichtig und überhaupt ist das Village im Vergleich zu anderen, viel besser gelegenen, Appartments überteuert. Wer jedoch an der Uni leben möchte und direkt einen festen Wohnsitz haben möchte, für den ist das Village gut geeignet. Mein Tipp wäre es aber erstmal in ein Hostel zu gehen und dann zu suchen. Vor Ort kann man besser entscheiden, wo es einem gefällt und das Village hatte immer noch freie Zimmer übrig.

In meinem Semester war leider der schlechteste Winter seit 20 Jahren, wie mir viele erzählten. Regen und Kälte waren bis Oktober dauerhaft Programm. Wer denkt in Australien wird es nicht kalt der irrt sich gewaltig. Es gab teilweise Überschwemmungen und morgens war mit 3 Grad zu rechnen. Also, nicht den selben Fehler machen wie ich: Wer den australischen Winter erleben möchte, nimmt bitte eine Winterjacke mit. Desweitern würde ich für Perth auch eher das Semester 1 empfehlen. Im Winter ist es sehr schwer einen Job neben dem Studium zu finden und die ganze Stadt blüht erst auf wenn es wärmer wird. Im Januar sind dann aber mit 40 Grad zu rechnen, also sollte man schauen, was einem lieber ist. Ich bin nach meinem Studium, also ab Ende November mit meinem Freund nach Darwin geflogen und habe die ganze Westküste bereist. Daher war es für mich die richtige Entscheidung im Semester 2 zu gehen. Sollte man danach aber nicht mehr reisen würde ich jedem ans Herz legen im Semester 1 zu fliegen.

Nun zur Murdoch Univeristy. Von der Uni wird eine O-Woche angeboten, die ich auch jedem nur empfehlen kann. Es bietet die Chance direkt Freunde zu finden und sich über Probleme auszutauschen. An der Murdoch Univeristy habe ich mich sehr gut aufgehoben gefühlt, Jede noch so kleine Frage wurde einem gerne beantwortet und es gab viele geplante Aktionen. Zu Beginn beispielsweise ein Zoo Besuch und eine Tour durch Perth. Außerdem wurden zwei Trips in den Study Breaks angeboten. Diese sind relativ teuer, aber wenn man keine Chance hat alleine zu reisen eine gute Sache. In der O-Woche wurde einem mit Kurswahlen und dem Erstellen des Stundenplans geholfen, es gab Workshops zum Schreiben eines CVs und vieles mehr. Die Dozenten meiner Kurse waren alle sehr freundlich und interessiert. Man wurde herzlich in jedem Kurs aufgenommen, aber hat natürlich keine Vereinfachungen oder ähnliches erhalten. Das System der Universität ist deutlich anders als das in Deutschland. Ich kann nur von einem Lehramtsstudium ausgehen, bei dem alle Klausuren zum Ende des Semesters geschrieben werden und man innerhalb des Semesters meistens keinerlei Prüfungen schreiben muss. In Australien jedoch ist das Semester folgendermaßen aufgeteilt: Es gibt zwei “Study Breaks”, in denen der Student eine Woche frei hat, um zu wiederholen und zu lernen. Dies ist einmal in der Hälfte des Semesters und einmal am Ende, bevor die Klausuren geschrieben werden. Außerdem wird in Australien im Semester viel vom Studenten verlangt. Es müssen mehrere Assignments abgegeben werden und die mündliche Beteiligung sowie die Anwesenheit fließen in die Note mit ein. Mein Englisch Kurs “Creative Writing” hat mir sehr gut gefallen und würde ich jedem empfehlen, der sein schriftliches Englisch verbessern möchte. Sehr begeistert war ich von meinem Sport Kurs "Strength and Resistance Training”. Da ich eine begeisterte Sportlerin bin, hat mich dieses Fach sehr interessiert. Der Dozent war noch sehr jung und äußerst Kompetent. Als dritten Kurs hatte ich zuerst einen Psychologie Kurs, da in Australien Sport and Psychology zusammengehörig sind. Ich konnte diesen, da er mir für meinen Studiengang nichts bringen würde, aber wechseln. “Drawing” war dann mein dritter Kurs, der mir natürlich auch nicht angerechnet wird und nichts mit meinem Lehramtsstudium zu tun hat, aber warum nicht seine künstlerische Ader entdecken.

Zusammenfassend kann ich die Murdoch Univerity für Study abroad und Exchange weiterempfehlen, da die Ansprechpartner wirklich alles tun, um den Studenten einen schönen Aufenthalt zu ermöglichen.

Meine Vorstellung ein echtes australisches Leben zu führen wurde durch meinen Wohnort, wie oben beschrieben, leider nicht wirklich erfüllt. Aber auch wenn ich nicht jeden Tag surfen konnte, gibt es einige Must Dos in Western Australia. Wer die Zeit hat sollte in einer Study break oder nach dem Semester unbedingt nach Darwin und Broome fliegen. Die beiden Städte haben mir am besten gefallen, da sie so vielseitig sind. Darwin hat traumhafte Regenwälder und türkises Meer und einen komplett anderen Lifestyle als Perth. Broome war mein absolutes Highlight. Der Cable Beach ist für mich der schönste Strand der Welt ( und ich habe schon einige Strände gesehen ;)). Wenn man schon an der Westküste ist, würde ich mir dies nicht entgehen lassen. Im Regenwald sieht man riesige Wasserfälle und traumhafte Lookouts. Alleine 600 km von Perth sind wunderschöne Strände, an denen man ohne Tour mit Schildkröten schnorcheln kann, was für mich auch ein Highlight war. Die Sonnenuntergänge sollte man sich auch am besten jeden Abend ansehen. Diese Farben sieht man nicht oft auf der Welt und Darwin hat sogar den fünft schönsten Sonnenuntergag, was ich auf jeden Fall bestätigen kann. Von Perth aus kann man auch super in den Süden fahren, wo auch wieder türkise Strände auf einen warten. Ich bin noch für eine Woche nach Melbourne geflogen, um eine Freundin zu besuchen. Der Flug hat mich 170 Euro gekostet, was zeigt, dass man von Perth sehr günstig per Inlandsflüge auch andere Städte Australiens bereisen kann. In der Study Break fliegen auch viele Studenten nach Bali, da die Flüge sehr günstig sind. Aber Vorsicht: Früh genug buchen, ansonsten wird ein low Budget Trip nach Bali plötzlich zum Luxus Urlaub. Jedoch auch wenn man nur in Perth bleibt kann man einiges erleben: Auf jeden Fall sollte man einmal zu einem AFL Spiel gehen und ein absolutes Muss ist Rottnest Island. Diese Insel ist absolut traumhaft und nur 40 Minuten mit der Fähre von Perth entfernt,

Alles in Allem war meine Zeit in Perth eine tolle Erfahrung. Die Murdoch University hat mir sehr gut gefallen und im Ausland zu studieren war für mein Englisch sehr hilfreich. Perth ist eine tolle Stadt mit vielen Facetten und die Strände dort sind für mich unbezahlbar. Die Reise nach dem Semester hat allem noch die Krone aufgesetzt und ich bin sehr glücklich, wie die letzten sechs Monate verlaufen sind. Man sollte sich vorher nur über das Wetter im jeweiligen Semester im Klaren sein, um Enttäuschungen zu vermeiden und erst in ein Hostel gehen und dann ein Appartment an einem Ort in Perth finden, der zu einem passt. Dank Ranke-Heinemann hat die gesamte Bürokratie reibungslos funktioniert und Fragen per E-Mail wurden sofort beantwortet. Ich habe mich sehr gut aufgehoben gefühlt und kann diese Organisation nur empfehlen.

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