Die Stadt und ihr Umfeld haben so unglaublich viel zu bieten

Yannic Orschiedt | Student am Karlsruher Institut für Technologie


Was
Wirtschaftsingenieurwesen

Studienprogramm
Auslandssemester

Förderung
IRH Förderprogramm

31.12.2018

Sowohl fachlich als auch persönlich weiterentwickelt

Nachdem ich feststellte, dass keines der Australien-Austauschprogramme meiner Universität meinen Wünschen entsprach, entschied ich mich, ein Auslandssemester in Down Under als Freemover zu absolvieren. Um dennoch Unterstützung bei der Abwicklung des Bewerbungsprozesses zu erhalten, kontaktierte ich auf Empfehlung eines Kommilitonen das Institut Ranke-Heinemann (IRH). Auch ich kann das IRH nur weiterempfehlen. Die kompetenten Berater konnten mir bei allen Aspekten rund um die Bewerbung weiterhelfen.

Bei der Entscheidung, an welcher Universität ich mein Auslandssemester absolvieren wollte, spielten sowohl die persönlichen Erwartungen an Stadt und Hochschule als auch deren Semesterzeiten, Kursangebot und die Studienkosten eine wichtige Rolle. Zur Entscheidungsunterstützung bietet der Internetauftritt des IRH eine Übersicht mit eben diesen und weiteren Informationen der australischen Universitäten. Nachdem ich mich für das Royal Melbourne Institute of Technology (RMIT) entschieden hatte, galt es, die Bewerbungsunterlagen vorzubereiten, die - sobald vollständig – von meinem zuständigen IRH Berater an die australische Universität weitergeleitet wurden.

Speziell der Englisch Sprachnachweis, welcher in unterschiedlichen Formen von den australischen Universitäten verlangt wird, sollte mit ausreichender Vorlaufzeit erlangt werden. Grund hierfür ist das häufig begrenzte Angebote an potentiellen Prüfungsterminen. Für das RMIT beispielsweise ist neben dem TOEFL oder dem IELTS Nachweis auch der deutlich kostengünstigere DAAD Nachweis ausreichend, welchen ich an meiner deutchschen Universität gegen eine Gebühr von 35€ absolviert habe. Gleichzeitig ist es empfehlenswert, die mögliche Anrechnung der ausländischen Kurse frühzeitig mit Hilfe von Learning Agreements an der Heimatuniversität abzuklären, da für die Bewerbung bereits acht Kurse angegeben werden müssen, für welche die Zulassung durch das RMIT geprüft wird. Bei der Auswahl der Kurse sollte beachtet werden, dass alle Kurse im jeweiligen Semester und im Optimalfall auf dem gleichen Campus angeboten werden, da die Entfernungen zwischen den drei Campus (City, Brunswick und Bundoora) sehr groß sind.

Das Studienplatzangebot des RMIT erfolgt in Form des „Offer Letter“, die Annahme des Studienplatzes wiederum durch die Überweisung der Studiengebühren sowie der Auslandskrankenversicherung (Overseas Student Health Cover). Die Versicherung wird vom RMIT bei dessen bevorzugtem Versicherungsanbieter für einen abgeschlossen, weswegen man lediglich die anfallenden Versicherungsgebühren zahlen muss, ohne sich tatsächlich um die Versicherung kümmern zu müssen. Die Versicherung ist verpflichtend. Im Anschluss erhält man die sogenannte „Confirmation of Enrollment“ (CoE), welche für die Beantragung des Visums notwendig ist. Das Visum sollte beantragt werden, sobald die CoE vorliegt, da sowohl die Beantragung an sich als auch die Prüfung des Antrags eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen können. Zudem sollte man unbedingt die wöchentlichen RMIT-Newsletter lesen, welche man per Mail erhält, da sie sehr wichtige Informationen enthalten. Beispielsweise werden das Vorgehen und Stichdaten zur Kurseinschreibung erläutert. Da die Kursteilnehmerzahl häufig begrenzt ist sollte man sich frühzeitig nach Eröffnung der Kursanmeldung in seine drei oder vier präferierten Kurse einschreiben.  Im Anschluss an die Kurseinschreibung folgt die Stundenplanerstellung. Hierbei hat man als Student die Möglichkeit Präferenzen für verschiedene Vorlesungs- und Tutoriumstermine anzugeben. Ein Algorithmus allokiert anschließend bestmöglich die Kurstermine aller Studenten. Sollten dennoch Terminüberschneidungen entstehen, muss man ggf. einen präferierten Kurs gegen einen der acht in der Bewerbung angegebenen Kurse tauschen, da in den meisten Veranstaltungen die Anwesenheit vorausgesetzt wird.
Parallel zur Bewerbung an der Universität sollte sich frühzeitig darum gekümmert werden, dass die finanzielle Versorgung für das Auslandssemester sichergestellt ist. Neben den Kosten, die vor dem Semester anfallen (Studiengebühren, Krankenversicherung, Flugtickets, ggf. Impfungen, etc.), sind die i.d.R. im Vergleich zu Deutschland höheren Lebenshaltungskosten Australiens sowie die Kosten für Freizeitaktivitäten und Reisen zu berücksichtigen. Potentielle Optionen zur finanziellen Unterstützung sind das Auslands-BAföG (teilweise auch für Studenten, die kein Inlands-BAföG erhalten!) oder Stipendien wie beispielsweise das DAAD-Mobilitätsstipendium PROMOS. Bei Bewerbung an der Auslandsuniversität mit dem IRH wird man zudem in das IRH Förderprogramm aufgenommen und erhält die Chance auf eine Studienbeihilfe, welche sich auf 5-10% der Studiengebühren beläuft. Dabei ist im Falle der Bewerbung auf verschiedene Fördermittel stets darauf zu achten, dass alle Fördermittelgeber über alle Fördermittelzusagen informiert werden.
Sobald feststand, dass ich am RMIT studieren werde, begann ich nach Flügen und einer Unterkunft Ausschau zu halten. In beiden Fällen würde ich im Nachhinein ein anderes Vorgehen wählen. Bei den Flügen entschied ich mich für ein Open-Return-Ticket. Unglücklicherweise war der Rückflug nach Deutschland entgegen meiner Erwartungen in keinster Weise flexibel wählbar und mit einem Aufpreis und dem Flughafenwechsel von Melbourne nach Sydney verbunden. Dass bei einem bereits an sich teuren Open-Return-Ticket später weitere Kosten anfallen, musste nicht nur ich, sondern auch mehrere Kommilitonen mit ähnlichen Tickets feststellen, weshalb ich persönlich von diesen Flugtickets abrate.
Für die Wohnungssuche empfiehlt sich neben dem mündlichen Austausch vor Ort mit anderen Studenten die Webseite „Student.com“ sowie die Facebook-Gruppe „Fairy Floss Real Estate“. Über die letztgenannte Plattform habe ich bereits vor Abflug ein günstiges Zimmer in Melbournes Zentrum gefunden. Glücklicherweise stellte sich bei Ankunft heraus, dass es sich um ein seriöses Angebot handelte. Nicht wenige internationale Studenten wurden mit unseriösen Angeboten getäuscht. In unglücklichen Fällen ging dies einher mit großen finanziellen Verlusten, weswegen ich empfehle, erst vor Ort nach einem Zimmer in Melbourne zu suchen und stets auf eine Besichtigung bzw. schriftliche Abmachung zu bestehen. Dadurch besteht gleichzeitig die Möglichkeit, zunächst Melbournes unterschiedliche Viertel kennenzulernen, bevor man sich auf ein Zimmer bewirbt. Neben Privatzimmern besteht zusätzlich die Möglichkeit sich auf ein Zimmer in einem der zahlreichen, etwas preiswerteren Studentenwohnheimen zu bewerben. Für die Suche nach einer dauerhaften Unterkunft bietet sich für die ersten Tage in Melbourne ein Zimmer in einem Hostel im Stadtzentrum an.  
Um abschätzen zu können, wann die Bewerbung als Freemover etwa angegangen werden sollte, kann ich für meinen Fall sagen, dass ich rund vier Monate vor Studienbeginn das IRH kontaktiert und mit der Bewerbung begonnen habe.

In Melbourne angekommen

Beim Verlassen des Flughafens wurde ich direkt von Melbournes unfreundlichen Winterwetter begrüßt. Entgegen meiner Wunschvorstellung, in Australien sei es ganzjährig warm, bringen die Wintermonate durchaus kühle Temperaturen und sehr wechselhaftes Wetter. Nicht umsonst wird behauptet, dass in Melbourne das Wetter aller vier Jahreszeiten innerhalb eines Tages eintreten kann. Deshalb sollte beim Kofferpacken neben dem Bikini oder der Badeshorts auch die warme, regen- und windabweisende Jacke nicht vergessen werden. Das Positive bei einer Ankunft im australischen Winter ist, dass das Wetter im Laufe des Semesters stets besser wird und man sich so auf den Frühling bzw. Sommeranfang freuen kann.
Freundlicher als das Wetter war der Fahrer, der mich am Flughafen abholte. Dieser kostenlose Chauffeur-Service wird vom RMIT für jeden internationalen Studenten angeboten und muss vorher angemeldet werden. Diese Information erhält man ebenso per RMIT-Newsletter. Wer die Anmeldung des persönlichen Transports verpasst kann den „Skybus“ nutzen. Die Doppeldeckerbusse verkehren in sehr kurzen Zeitintervallen zwischen Stadt und Flughafen. Innerhalb der Stadt gibt es verschiedene Transportmöglichkeiten. Einmalig ist die „Free Tram Zone“ im Stadtzentrum, in welcher Straßenbahnen vollkommen kostenlos genutzt werden können. Für Fahrten außerhalb dieser Zone ist die sogenannte „Myki“-Karte notwendig, eine wiederaufladbare Karte zur kontaktlosen Bezahlung der Fahrtkosten. Diese Karte kann auch für Melbournes Linienbusse genutzt werden. Alternativ zu Bus und Bahn besteht die Möglichkeit, die App-basierten Mobilitätsdienste Uber, Ola Cabs oder Didi zu nutzen. Diese lohnen sich häufig in den Fällen, in denen die Fahrt mit mehreren Personen geteilt wird. Beispielsweise ist der Flughafentransfer ab drei Personen günstiger mit dem Uber als mit dem Skybus.

Die Zeit zwischen Ankunft und den vom RMIT organisierten „Orientation Days“ nutzte ich, um mich in der Stadt zurechtfinden. Eine gute Möglichkeit hierfür bietet die 3-stündige kostenlose Free-Walking-Tour, welche täglich jeweils morgens und mittags in unmittelbarer Nähe des RMIT – vor der State Library of Victoria – startet. Die Orientation Days, welche vor der ersten Vorlesungswoche stattfinden, sollten unter keinen Umständen verpasst werden. Zusätzlich zu den verschiedenen Vorträgen, in denen man nützliche Informationen zum Leben in Melbourne sowie zu organisatorischen Aspekten des Unilebens erhält, bieten die Orientierungstage die erste und wohl beste Möglichkeit, die anderen internationalen Studenten kennenzulernen. Da nach den Orientierungstagen die Vorlesungen beginnen, sollte man die Zeit unbedingt nutzen, um neue Bekanntschaften zu schließen. Zusätzlich stellen sich die Clubs des RMIT vor. I.d.R. erwirbt man gegen einen kleinen Eintrittsbeitrag die Club-Mitgliedschaft für ein Semester. Als Mitglied des RMIT-Surfclubs beispielsweise konnte ich an deren zahlreichen Abendveranstaltungen sowie an den legendären, dreitägigen Surfcamps teilnehmen, welche vom Surfclub für seine Mitglieder organisiert werden. Zudem wird man in den Orientierungstagen die RMIT University Student Union (RUSU) kennenlernen. RUSU, aufgrund ihrer lilafarbenen Kleidung und Merchandise-Artikel unverwechselbar, hilft Studenten bei diversen Angelegenheiten. Darüber hinaus ist das wöchentliche Free Food, welches jeden Donnerstag von RUSU angeboten wird, sehr gut besucht. Als RUSU-Mitglied (AU$10 pro Semester, die sich lohnen!) erhält man neben dem Recht, sich an den Universitätswahlen zu beteiligen, Free-Drinks an den Donnerstagsevents und profitiert von unterschiedlichen Rabattaktionen bei RUSU Events.
Um im Laufe des Semesters Melbourne und seine Umgebung näher zu erkunden, helfen überdies die RMIT-Trips. Das RMIT bietet hierbei jede Woche mehrere kleine bzw. große Ausflüge und Aktivitäten an, wobei deren Teilnehmerzahl häufig begrenzt ist, weswegen eine frühe Anmeldung empfehlenswert ist. Die Trips umfassen z. B. Food-, Kaffee- oder Weintouren, Tagesausflüge in Nationalparks oder o.g. Surfcamps.

Das Studium am RMIT

Auch den Studenten mit außergewöhnlichem Orientierungssinn kann es nicht schaden, die Vorlesungs- und Tutorienräume vor der ersten Veranstaltung zu suchen, sollten sie pünktlich zum ersten Termin erscheinen wollen. Die Gebäude des City-Campus sind häufig dermaßen verwinkelt und unregelmäßig konstruiert, dass man sich selbst in der letzten Uniwoche noch verlaufen kann. Dies lässt sich bereits bei der Campustour erkennen, welche Bestandteil der Orientierungstage ist. Im Allgemeinen ist der City-Campus extrem modern und super ausgestattet mit Hauptbibliothek, diversen Lernräumen und -ecken, um die Zeit zwischen den Veranstaltungen zu verbringen.
Die Kurse, die ich in meinem Auslandssemester besuchte, waren deutlich interaktiver, als ich es von meinen Kursen in Deutschland gewohnt war. Bedingt durch die kleine Kursgröße ist das Verhältnis zwischen Professor bzw. Tutor häufig sehr persönlich. Dadurch wird die aktive Mitarbeit in den Kursen gefördert. Diskussionen sind regelmäßiger Kursbestandteil, wobei ich das Kursklima stets als sehr angenehm empfunden habe, sodass man sich als internationaler Student nicht scheuen sollte, seine Meinung beizusteuern. Die Englischkenntnisse, welche wir in Deutschland vermittelt bekommen, sind nach meinem Empfinden komplett ausreichend, um die Kurse am RMIT erfolgreich abschließen zu können. Zusätzlich zur interaktiven Gestaltung der Lehre wird viel Wert auf Gruppenarbeiten gelegt. Da die Gruppenbildung in vielen Fällen den Studenten überlassen wird, lohnt sich der Kursbesuch, auch wenn keine Anwesenheitspflicht besteht, um eine gute (oder überhaupt eine) Gruppe zu finden. Auf die Frage, was ich im Auslandssemester gelernt habe, lautet eine meiner ersten Antworten: Die Zusammenarbeit mit Studenten anderer Kulturen mit anderen Arbeitsweisen. Es stellte sich durchaus als große Herausforderung dar, die verschiedenen fachlichen Ansichten, Ansprüche und Erwartungen aller Gruppenmitglieder zu vereinen.
Gewöhnungsbedürftig für mich waren zudem die zahlreichen Abgaben und kleinen Tests unterhalb des Semesters. Diese sind jedoch sehr gut machbar, wenn man sich regelmäßig mit den Aufgaben auseinandersetzt und nicht versucht, die Bearbeitung der Aufgabe auf die letzten zwei oder drei Tage vor deren Abgabe aufzuschieben. Insgesamt kann ich durch meine Erfahrung behaupten, dass man mit guten bis sehr guten Noten belohnt wird, wenn man eine gewisse Bereitschaft bei der Bearbeitung der Aufgaben zeigt.
Das Lehrpersonal des RMIT zeichnet sich durch eine große Kommunikations- und Hilfsbereitschaft aus. Sollten beispielsweise Differenzen zwischen erwarteter und tatsächlicher Bewertung bestehen, kann man beim Lehrpersonal detailliertes Feedback erbitten. Bei anderen Fragen oder Problemen rund ums Studium helfen einem die Mitarbeiter von RMIT Connect weiter. Um die Wartezeit für einen freien RMIT Connect Schalter vor Ort zu verringern, sollte man sich durch eine einfach SMS in die Warteschlange aufnehmen lassen, wodurch man Updates erhält, wann man sich zum Schalter begeben sollte.  
Zum Schluss noch ein kleiner Hinweis: Sollten Kurse mit schriftlichen Examen abgeschlossen werden, so finden diese i.d.R. in den Melbourne Showgrounds statt, Melbournes größter Eventveranstaltungsstätte etwas außerhalb des Stadtzentrums. Die verschiedenen Examen werden zeitgleich mit mehreren tausend RMIT Studenten in einer riesigen Halle abgehalten. Vor den Klausuren werden dort Ruhe- und Vorbereitungsräume, Massagen, etc. angeboten.
Insgesamt kann ich behaupten, mich in meinem Auslandsstudium am RMIT sowohl fachlich als auch persönlich weiterentwickelt zu haben. Ich bin mir sicher, ich kann von der Erfahrung, an einer anderen Uni in einem anderen Land studiert zu haben, zukünftig auf verschiedenen Wegen profitieren.
 

Die Stadt Melbourne

Das insgesamt positive Fazit meines Auslandssemesters ist neben der Universität und den Leuten, die ich dort kennengelernt habe, vor allem auf die Stadt Melbourne zurückzuführen. Die Stadt und ihr Umfeld haben so unglaublich viel zu bieten, dass es in sechs Monaten wohl schwerfallen würde, auch ohne zu studieren das gesamte Angebot auszunutzen.
Den Großstadtflair spürt man vor allem im CBD, in welchem sich auch der City-Campus des RMIT befindet. Dementsprechend sind Sehenswürdigkeiten wie beispielsweise die State Library of Victoria, das Melbourne Museum, die Flinders Train Station oder der Federation Square in unmittelbarer Uninähe. Überquert man den Yarra River erreicht man in Kürze den Eureka Tower (Melbournes höchstes Gebäude mit Aussichtsplattform), die National Gallery of Victoria, das Kriegsdenkmal „Shrine of Remembrance“ sowie den Botanischen Garten. Angrenzend an diesen befinden sich diverse Sportstädten, etwa die Rod Laver Arena, Austragungsstätte der Australian Open im Januar, oder der gigantische Melbourne Cricket Ground (MCG). Neben Cricket finden dort auch Spiele der australischen Nationalsportart „Australian Football“ – genannt „Footy“– statt. Melbourne als Ursprungsort des Sports ist nach wie vor ohne Zweifel die Footy Hauptstadt. Die Hälfte der Teams der Australian Football League stammt aus Melbourne. Zudem findet das Ligafinale jedes Jahr an einem Samstag Ende September im MCG statt, wobei die Leute im Bundesstaat Victoria dermaßen Footy verrückt sind, dass der Freitag vor dem Finale dort ein offizieller Feiertag ist. Auch wenn man nicht mit den Footy Regeln vertraut ist, sollte man die Möglichkeit ein Footy Spiel live im Stadion zu sehen nicht verpassen. Hierfür stellt RMIT-Trips mehrmals im Semester kostenlose Eintrittskarten zur Verfügung. Weitere große Sportveranstaltungen sind der sogenannte Melbourne Cup (im November), Australiens bedeutendstes Pferderennen und ebenfalls Feiertag in Victoria, die Formel 1 (im März) sowie der Moto GP (im Oktober) auf Philipp Island. Möchte man nicht nur als Zuschauer agieren, so bietet sich der Melbourne (Halb-) Marathon (im Oktober) an. Neben diesen Sportveranstaltungen finden ganzjährig diverse Konzerte, Festivals und Ausstellungen für jeden Geschmack statt.
Um dem stellenweise etwas hektischen Geschehen im CBD zu entfliehen hilft es, sich in eines der vielen beliebten Viertel der Stadt wie etwa Fitzroy, Carlton, St. Kilda, etc. zu begeben. In diesen Szenevierteln befindet sich eine unbegrenzte Anzahl von kleinen Läden, Cafés, Restaurants sowie Bars und Nachtclubs. St. Kilda ist zudem beliebt für seinen Strand und bekannt für atemberaubende Sonnenuntergänge. Sollte der St. Kilda Beach überlaufen sein, so kann auf den weniger besuchten, jedoch nicht minder schönen Port Melbourne Beach ausgewichen werden. Bevor man übrigens Geld für eine Pinguin Tour auf Philipp Island ausgibt, sollte man zunächst besser bei Dämmerung die Seebrücke St. Kildas besuchen, da die kleinen Pinguine häufig auch an dessen Ende anzutreffen sind. Nicht weit von St. Kilda entfernt, entlang des Strandes des Viertels Brighton, finden sich die farbigen Brighton Beach Boxes. Aufgrund ihrer Beliebtheit bei Touristen sollte man sich jedoch auf Wartezeiten einstellen, falls man ein Bild vor dem Strandhäuschen mit Australienflagge aufnehmen möchte.
Ein weiterer Ort den man besuchen sollte ist der Queen Victoria Market. Täglich vormittags geöffnet bietet der Markt, neben dem Verkauf von frischen Nahrungsmitteln, zahlreiche Souvenirstände, an welchen man günstige australientypische Mitbringsel für Verwandte und Freunde findet. An manchen Wochentagen öffnet zudem der Night Market, an dem sich das Marktgelände in einen gigantischen Food Court verwandelt. Begibt man sich in die Gassen, die an das Marktgelände angrenzen, so findet man dort ein weiteres Markenzeichen der Stadt: Street Art. Häufig versteckt in kleinen Seitenstraßen befinden sich über alle Stadtviertel verteilt unzählige, sehr beeindruckende Graffitis. Auch hierfür bietet das RMIT eine Street Art Tour an. 

Melbournes Umgebung

Aufgrund der Größe Melbournes braucht man eine gewisse Zeit, um aus der Stadt in die Natur zu gelangen. Nichtsdestotrotz erreicht man ab knapp einer Stunde Fahrtzeit eine Menge Ausflugsziele, die man unbedingt besuchen sollte.
Der Nationalpark Dandenong grenzt im Osten direkt an Melbourne und ist der am einfachsten zu erreichende Nationalpark (per Zug). Er bietet einige Wander- und Joggingwege wie beispielsweise die „1000 Steps“ und eignet sich optimal für einen kurzen Tagesausflug ins Grüne. Für die im Süden Melbournes gelegene Mornington Halbinsel sollte man dagegen mehr Zeit einplanen. Neben den zahlreichen Weingütern und wunderschönen Stränden befinden sich dort die Thermalquellen „Peninsula Hot Springs“, welche sich optimal für eine Auszeit vom Unistress eignen. Mein persönliches Highlight der Halbinsel war der Besuch des „Cape Schanck“ und dessen Leuchtturm. Nicht unweit des Cape Schanck befindet sich zudem ein freizugängliches Gehege, in welchem sich sehr viele, sehr riesige Kängurus aufhalten. Etwas weiter im Südwesten befindet sich Philipp Island, bekannt für optimale Surfverhältnisse, den Moto GP und die Möglichkeit, verschiedene Tiere (Koalas, Wallabies, Mini-Pinguine, ...) zu treffen. Auch die etwa drei Stunden Fahrt in den Wilsons Promotory National Park, den südlichsten Punkt des australischen Festlandes, lohnen sich. Auch hier sind die Strände weiß und der Ozean hellblau. Eine beeindruckende Aussicht erhält man durch den Aufstieg auf den Mt. Oberon, bei welchem man mit etwas Glück Wombats zu Gesicht bekommt.
Ebenso drei Stunden benötigt man aus Melbourne mit dem Auto zum Mount Buller. Dessen Besuch lohnt sich vor allem in Australiens Winter, sollte man in Melbourne den Schnee sowie das Ski- oder Snowboardfahren vermissen. Der Skitag ist jedoch ein vergleichsweise teurer Spaß, da in den meisten Fällen neben den Kosten für Transport und Skipass die komplette Ausrüstung geliehen werden muss. In wiederum drei Stunden erreicht man den Grampians Nationalpark. Bei früher Anfahrt ist ein Tag ausreichend, um dessen Wanderwege, Aussichtpunkte, beeindruckende Gesteinsformationen und Wasserfälle zu erkunden.
Zu guter Letzt ist es ein Muss, den wohl bekanntesten Trip mit Start in Melbourne zu absolvieren: Die Great Ocean Road. Verlässt man die Stadt im Westen erreicht man nach etwas mehr als einer Stunde den Start der Great Ocean Road, welche mehr als 200km entlang der Küste verläuft. Die Kombination aus gewundener Küstenstraße, Stränden, atemberaubenden Küstenpanoramen, Wasserfällen, Regenwald und Wildlife machen die Great Ocean Road einzigartig. Bei frühem Start erreicht man zwischen Nachmittag und Abend die „Twelve Apostels“, mehrere beeindruckende Felsen, die aus dem Ozean herausragen. Möchte man nach dem Besuch der Twelve Apostels nicht direkt nach Melbourne zurückkehren, die Fahrt ein wenig entspannter angehen lassen oder vermeiden zeitgleich mit den ganzen Touristenbussen an den Hauptattraktionen einzutreffen, empfiehlt es sich die Tour auf zwei oder drei Tage aufzuteilen. Egal wie, auf die Great Ocean Road sollte man keinesfalls verzichten! Sowohl zur Great Ocean Road als auch nach Philipp Island organisierte RMIT-Trips bereits im direkten Anschluss an die Orientation Days Tagesausflüge, die verhältnismäßig schnell ausgebucht waren.

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